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Berliner Zeitung | Neue Software läuft in manchen Bezirken gut, in anderen nicht
15. February 2016
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Neue Software läuft in manchen Bezirken gut, in anderen nicht

Das Personal in den Berliner Bürgerämtern soll aufgestockt werden.

Das Personal in den Berliner Bürgerämtern soll aufgestockt werden.

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imago/Schöning

Eigentlich sollte ab Ende Januar vieles besser werden in den Bürgerämtern der Berliner Bezirke. Nach der Umstellung aller Computer auf eine neue Software – wegen der Ämter zunächst erst mal tagelang geschlossen hatten – würde alles viel schneller gehen bei der Abwicklung der Kundenwünsche. Das war der Plan. Dafür wurden insgesamt 7,5 Millionen Datensätze von der alten Software MESO auf die neue, VOIS, überspielt.

"Manchmal friert bei uns das Programm ein"

Die Erfolgsmeldungen klangen dann so wie aus Friedrichshain-Kreuzberg. „Manchmal friert bei uns das Programm ein, dadurch arbeiten wir langsamer“, sagt der für Bürgerdienste zuständige Bezirksstadtrat Knut Mildner-Spindler (Die Linke). Zuvor hatte es geheißen, nach der Umstellung könne man nur noch 80 Prozent der bisher geleisteten Termin bewältigen.

Auch aus anderen Bezirken klingen die Zwischenberichte eher verhalten. „Bei einigen Anwendungen hakt es bei uns in Neukölln“, sagt der zuständige Bezirksstadtrat Thomas Blesing (SPD). Genaueres kann er nicht sagen, aber man sei darum bemüht, mit dem zuständigen Landesamt für Bürger- und Ordnungsangelegenheiten (LABO) nach Lösungen zu suchen.

Im Bürgeramt Mitte spricht man von „Kinderkrankheiten“. Druckaufträge würden zum Beispiel bei einem Reisepassantrag länger dauern als es früher der Fall war, sonst aber laufe alles prima. „Wir mussten niemanden wegen dieser Probleme nach Hause schicken“, sagt Stephan von Dassel (Grüne). Immerhin.

Details, die noch nicht funktionieren

In der Sitzung des Ausschusses für Digitale Verwaltung, Datenschutz und Informationsfreiheit gab man sich am Montagabend ein bisschen optimistischer.

Der für die Umstellung zuständige Staatssekretär in der Senatsverwaltung für Inneres und Sport, Andreas Statzkowski (CDU), lobte die geleistete Arbeit, wobei auch er einräumte, dass nicht alles reibungslos verlief: „Es gibt ein paar Details, die noch nicht funktionieren.“

Ein Problem, so hieß es im Ausschuss, ist die unterschiedliche Hardware, die in den Bezirken vorhanden ist. Das Programm wurde erfolgreich im LABO getestet, nicht aber in den Bezirksämtern vor Ort. Außerdem haben sich nicht alle Bezirke an den Testphasen beteiligt. Wer teilgenommen hat und wer nicht, darüber konnte Klaudia Zurth vom LABO im Ausschuss nichts sagen. „Wir gehen jetzt in die einzelnen Bezirke und lösen die Probleme vor Ort“, sagte sie.