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Neuer Kita-Bedarfsatlas für Berlin: Im Osten gibt es die wenigsten Kita-Plätze

In den nächsten vier Jahren sollen in Berlin weitere 17.000 Kitaplätze geschaffen werden.

In den nächsten vier Jahren sollen in Berlin weitere 17.000 Kitaplätze geschaffen werden.

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Der rot-schwarze Berliner Senat will in den nächsten vier Jahren weitere 17.000 Kitaplätze schaffen. Dabei werde man nun einen Schwerpunkt auf soziale Brennpunkte legen, sagte am Montag Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD).

In eher bürgerlichen Gegenden wie Pankow oder Steglitz-Zehlendorf hätten Eltern in den vergangenen Jahren bereits durch Eigeninitiative viele zusätzliche Kita-Plätze entstehen lassen. Nun würden sozial belastete Gegenden stärker berücksichtigt. Auch in der Nähe von Flüchtlingseinrichtungen soll die Betreuung verstärkt ausgebaut werden.

Die Bildungsverwaltung geht davon aus, dass im Kita-Jahr 2018/2019 insgesamt 172.000 Kitaplätze in der Hauptstadt gebraucht werden. Derzeit gebe es etwa 155.000 Plätze. Angebote zur Betreuung von Kleinkindern seien ein wichtiger Standortfaktor, betonte Scheeres. Bei der Wohnortwahl oft eine Rolle, dass beide Eltern arbeiten können. Derzeit seien die Kindertagesstätten zu 97 Prozent ausgelastet. Den Angaben zufolge werden 70 Prozent der Ein- und Zweijährigen sowie 94 Prozent der Drei- bis Fünfjährigen in einer Kita oder von einer Tagesmutter betreut. Durch die spätere Einschulung wird ein Viertel eines Jahrgangs ein Jahr länger in der Kita verweilen.

Die städtischen Kita-Eigenbetriebe werden in diesem Jahr 10 Millionen Euro für Neubauten zur Verfügung haben, versprach Scheeres. Das Geld stammt aus dem neuen Infrastrukturfonds und darf auch ins nächste Jahr übertragen werden, wie es in der Bildungsverwaltung hieß. Zudem gebe das Land in diesem Jahr weitere zehn Millionen Euro für neue Kitaplätze, der Bund ebenfalls 10 Millionen für Unter-Dreijährige.

Geringster Ausbaubedarf in Tempelhof-Schöneberg

Die meisten neuen Kitaplätze werden nach dem neuesten Bedarfsatlas der Bildungsverwaltung in Marzahn-Hellersdorf gebraucht. Hier gibt es in alle Regionen einen steigenden Bedarf an Kita-Plätzen – teilweise gibt es dabei schon jetzt keine Reserven mehr (Kategorie 1) oder nur geringe Reserven (Kategorie 3+). Auch in Neukölln und Pankow werden besonders viele neue Kita-Plätze benötigt. Es folgen Mitte, Treptow-Köpenick und Reinickendorf.

Am geringsten ist der Ausbaubedarf in Tempelhof-Schöneberg mit seiner teilweise relativ alten Bevölkerung. Berlinweit gibt es nur eine Region, wo mit einem sinkenden Kita-Platz-Bedarf gerechnet wird, das ist die Gegend um die Schlossstraße in Steglitz. Die zusätzlichen Erzieher werde Berlin finden, kündigte Scheeres an. Das Land stellt auch viele Quereinsteiger ein, darunter sind überdurchschnittlich viele Männer.

Die Programme zum Kita-Ausbau laufen bereits seit mehreren Jahren. Von 2008 bis heute wurden laut Bildungsverwaltung mit Bundes- und Landesmitteln insgesamt rund 23 500 Plätze geschaffen, 16 000 davon allein seit 2012.