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Neues Hochhaus geplant: Estrel baut höchstes Haus Berlins

Das durch seine besondere Architektur bestechende Hotel Estrel gehört zu den bekanntesten in Europa. Jetzt wird an- und ausgebaut.

Das durch seine besondere Architektur bestechende Hotel Estrel gehört zu den bekanntesten in Europa. Jetzt wird an- und ausgebaut.

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imago/imagebroker

Das neue Haus mit dem Namen Estrel Tower soll auf einem Grundstück auf der gegenüberliegenden Seite des bestehenden Hotelareals entstehen. Geplant sind mehr als 600 Zimmer auf 53 Etagen. Bisher gelten das Hotel Park Inn am Alexanderplatz und die Treptowers an der Spree mit 125 Metern als die höchsten Häuser der Stadt.

Die Nachfrage ist groß

Zum geplanten Hochhaus gehört auch ein neuer Veranstaltungskomplex, eine Convention Hall, die sich am Fuße des Hotelturmes befinden wird und noch mehr Platz bieten soll für Veranstaltungen aller Art. Bisher verfügt das Estrel als Vier-Sterne-Hotel über 1 125 Zimmer, im angrenzenden Convention Center haben etwa 6 000 Menschen Platz. In den 60 Veranstaltungsräumen finden jährlich etwa 1 800 Veranstaltungen statt, darunter sind Messen, Parteitage, Kongresse und Tagungen, es gab auch große Fernsehübertragungen wie etwa Bambi, Echo und Wetten, dass… Die Nachfrage nach den Räumlichkeiten ist sehr groß. „Wir müssen Anfragen absagen, weil wir keine Kapazitäten mehr haben“, sagte der Geschäftsführende Direktor, Thomas Brückner, am Montag. Wie viel Geld der neue Hotelkomplex kosten wird, soll aber noch geheim bleiben.

Noch in diesem Jahr startet das Estrel ein Wettbewerbsverfahren, an dem sich sechs namhafte Architekturbüros beteiligen. Wer das sein wird, will der Eigentümer zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen. Baubeginn auf dem 33 000 Quadratmeter großen Grundstück könnte 2015 sein.

Im Februar 2014 will eine Jury den Gewinner des Wettbewerbs küren. Zu den Juroren gehört neben dem Neuköllner Baustadtrat Thomas Blesing (SPD) auch Senatsbaudirektorin Regula Lüscher. Der Senat unterstützt die neuen Pläne des Hotelbesitzers Streletzki, auch den Estrel Tower. „Das ist ein wichtiges Leuchtturmprojekt für Neukölln und auch für Berlin“, sagte Berlins Senator für Stadtentwicklung, Michael Müller (SPD), der Berliner Zeitung.

Das war einst ganz anders. Denn Streletzki wollte schon vor einigen Jahren seinen Hotelkomplex erweitern. Damals sollten Geschäfte und Einkaufsläden im Erdgeschoss des neuen Hotels eingerichtet werden. Diese Pläne lehnte die frühere Senatorin für Stadtentwicklung, Ingeborg Junge-Reyer (SPD), im Jahr 2006 ab. Sie wollte bestehende Geschäfte in den umliegenden Einkaufsstraßen nicht gefährden, etwa in der Karl-Marx-Straße und der Hermannstraße. Geschäfte sind in der aktuellen Planung nicht mehr vorgesehen.

Die Estrel-Investoren überlegen derzeit noch, wie sie den geplanten und den bestehenden Hotelkomplex miteinander verbinden können. Weil sowohl eine Brücke als auch ein Tunnel zu teuer und aufwendig sind, gibt es nun die Idee, eine Verbindung am Ufer des Neuköllner Schifffahrtskanal zu bauen. Das Estrel verfügt dort über einen eigenen Bootsanleger.

Zwei neue Veranstaltungshallen

Noch bevor der Bau des spektakulären Hochhauses beginnt, investiert Hotel-Chef Streletzki schon mal 20 Millionen Euro in einen zweites Messe – und Kongress-Zentrum gleich neben dem Estrel. Auf dem 11 000 Quadratmeter großen Gelände werden ab dem Frühjahr 2014 zwei neue Veranstaltungshallen gebaut, die dann Platz bieten für 4 000 Gäste. Die erste Halle soll im September 2014 fertig sein, die zweite im Mai 2015.

Streletzki will seine Pläne für den Estrel Tower und die Convention Hall erst im Februar 2014 präsentieren. Bisher hat der Unternehmer, der zurzeit im Ausland weilt, etwa 200 Millionen Euro in den Neuköllner Standort investiert. Und er sieht auch für die Zukunft gute Chancen. Denn das Estrel steht an der Autobahn zum neuen Flughafen Berlin-Brandenburg