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Neues Internetportal: „Und es gibt: Brandenburg“

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Brandenburger Köpfe: Von Schinkel und Anja Kling (l.) über Manfred Stolpe , Henry Maske und Angela Merkel (M.) bis Nadja Uhl, Jochen Kowalski, Friedrich II. und Dagmar Frederic (r.).
Brandenburger Köpfe: Von Schinkel und Anja Kling (l.) über Manfred Stolpe , Henry Maske und Angela Merkel (M.) bis Nadja Uhl, Jochen Kowalski, Friedrich II. und Dagmar Frederic (r.).
Foto: brandenburg.de
Potsdam –  

Ein neues Internetportal zeigt rund 300 Persönlichkeiten, die in der Mark lebten und leben – es soll für einen Aha-Effekt sorgen.

„Es gibt Länder, wo was los ist. Es gibt Länder, wo richtig was los ist. Und es gibt: Brandenburg.“ Wer kennt ihn nicht, diesen Song von Rainald Grebe. In dem es weiter heißt: „Im Adlon ist heut’ Nacht Hillary Clinton, in Schwedt kann Achim Menzel das Autohaus nicht finden.“ Mit den bitterbösen Textzeilen schaffte es das Lied nun immerhin unter die vier berühmtesten Musiktitel über die Mark.

So ist es auf dem neuen Internetportal „Brandenburger Köpfe“ zu lesen und zu hören. Das Portal, das am Freitag offiziell online geschaltet wurde, stellt Persönlichkeiten vor, „die jeder in Deutschland kennt, kennen könnte oder ob ihrer Lebensleistung kennen sollte“, sagt Regierungssprecher Thomas Braune. Und natürlich dürfe da auch Grebe nicht fehlen. „Weil sonst jeder gesagt hätte, dass wir uns nicht trauen, diesen Song zu erwähnen“, so Braune. „Dabei kommen die meisten Kritiker des Brandenburg-Songs gar nicht von hier.“

Brandenburg hat mehr als nur Sand, Wasser, Wald, Schlösser und eben das Grebe-Lied. „Es hatte und hat kluge, kreative Köpfe“, sagt Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) beim Freischalten des Internetportals. Zahlreiche Menschen zwischen Oder und Elbe hätten in den vergangenen Jahrhunderten Geschichte geschrieben. Deren Lebenswege werden auf der neuen Internetseite erzählt. „Es ist ein reiches Mosaik, was sich da entfaltet und das zum Schmökern einlädt“, sagt Platzeck. Viele der noch heute hier wirkenden Menschen haben sich dazu geäußert, was ihnen Brandenburg bedeutet.

„Ich bin Urbrandenburgerin, und für mich war es keine Frage, ob ich mitmache“, sagt die Schauspielerin Anja Kling, die trotz gebrochenen Fußes bei der Vorstellung des Projekts dabei ist. Sie sei in Potsdam aufgewachsen, habe hier ihren ersten Film gedreht, lebe nun in Wilhelmshorst. „Die Nähe zu Berlin ist toll. Berlin ist eine wahnsinnig kulturelle aber auch eine anonyme Stadt“, sagt die 42-Jährige. Darum sei sie zu ihren Wurzeln zurückgekehrt. „Ich fühle mich hier sehr wohl“, sagt sie.

3 iPads zu gewinnen

Auf dem Internetportal „Brandenburger Köpfe“ werben rund 300 Persönlichkeiten für das größte ostdeutsche Bundesland. Mit Kurztexten und Fotos werden berühmte Märker aus Architektur, Film, Innovation, Literatur, Kunst, Medien, Musik, Politik, Religion, Sport, Wirtschaft und Wissenschaft vorgestellt.

Viele der heute mit dem Land verbundenen Prominenten haben sich zu Brandenburg geäußert. 300 Zeichen lang durfte ihre Antwort ausfallen. Keiner der Angeschriebenen hat abgesagt. Nur einige haben sich noch nicht gemeldet, darunter Bundeskanzlerin Angela Merkel, die in Templin (Uckermark) aufgewachsen und zur Schule gegangen ist.

Ein Quiz lädt zudem zum Mitmachen ein. Wer Fragen zu drei Persönlichkeiten richtig beantwortet, kann eines von drei iPad Minis gewinnen. Die Teilnahme erfolgt online. Einsendeschluss ist der 24. Januar 2013, der 301. Geburtstag von Friedrich II.

Das Internetportal samt Quiz ist im Internet erreichbar koepfe.brandenburg.de

Ein Sehnsuchtslied für alle Rückkehrer

Axel Schulz hat sich auf der Internetseite in einem Satz geäußert: „Brandenburg – da kannste nicht meckern!“ „Ich habe es kurz gemacht, weil ich viel vor den Kopf gekriegt habe. Den einen Satz kann ich mir merken“, erzählt der einstige Box-Star am Freitag schmunzelnd. Er habe schon in Amerika gelebt. Einmal ein Jahr lang, dann noch mal für sechs Monate. „Vom Wetter her war es schön, von der Stimmung nicht“, erzählt er. Darum seien seine Frau und er wieder zurückgekehrt nach Frankfurt (Oder) „Wir haben keinen Gedanken mehr, dort wegzuziehen“, sagt der 44-Jährige.

Auch der 27-jährige Popsänger Alexander Knappe will nicht mehr weg aus Brandenburg. Mit seinem Song „Weil ich wieder zu Hause bin“ habe er alle die erreichen wollen, die weggezogen seien aus der Mark. „Sie sollen sehen, das da einer ist im Osten, der die Faust nach oben reckt.“ Ein Sehnsuchtslied für alle Rückkehrer, nennt Ministerpräsident Platzeck den Song. „Nur wenn du weißt, was du suchst, kannst du es finden“, begründet Bernd Schröder, der erfolgreichste Frauenfußballtrainer der Welt, seinen Schritt, nach Potsdam zu ziehen. Das war vor mehr als 40 Jahren. Er habe sich in die Stadt verliebt. „Für den ersten Augenblick gibt es keine zweite Chance“, philosophiert der Coach von Turbine Potsdam.

Schau an, wer alles aus Brandenburg kommt

Lange haben Mitarbeiter der Staatskanzlei an dem Internetportal gefeilt. Sie haben diskutiert, wer auf die Seite kommt und wer nicht. „Es sind Personen mit vorwiegend positiver Ausstrahlung reingekommen“, sagt Platzeck. Albert Einstein ist darunter, ebenso wie Walter Rathenau, Max Schmeling oder Britta Steffen.

Der Ministerpräsident erklärt, dass die Internetseite bei den Besuchern einen Aha-Effekt auslösen soll. Nach dem Motto: Schau an, wer alles aus Brandenburg kommt. „Ich war auch überrascht“, gibt der Regierungschef zu. So habe er nicht gewusst, dass der einstige US-Finanzminister Werner Michael Blumenthal in Oranienburg geboren wurde. „Verblüfft war ich auch, als ich erfuhr, dass der Mallorca-König von hier stammt.“ Der Sänger Jürgen Drews kam in Nauen zur Welt.

Auch für Rainald Grebe findet Platzeck ein paar Worte. „Wir lieben den Grebe, jede Zeile ist schön.“ Es werde gemunkelt, dass sich Grebe in Brandenburg niederlassen wolle. „Vielleicht kauft er mal in Schwedt ein Auto“, sagt Platzeck. Vorausgesetzt, er findet das Autohaus.

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