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Neues Wohnviertel: Bürgerbegehren am Mauerpark

Klötzchen am Parkrand – Entwurf von Architekt Lorenzen für das Quartier.

Klötzchen am Parkrand – Entwurf von Architekt Lorenzen für das Quartier.

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Lorenzen

Die Groth-Gruppe will nördlich des Gleimtunnels auf einem 3,5 Hektar großen Gelände 450 Wohnungen sowie 200 Studentenapartments errichten. Baubeginn soll schon im Frühjahr 2015 sein.

„In den neuen Planungen sind alle Kompromisse, die in den vergangenen Jahren mühsam erarbeitet wurden, nicht mehr erkennbar“, sagt Alexander Puell von der Initiative Freunde des Mauerparks. Auch die Mauerpark-Allianz, ein Zusammenschluss aus Bürgern, Initiativen, Vereinen und Parteien, kritisiert, dass offenbar alle Forderungen der Bürger ignoriert wurden. Die Abstandsflächen zwischen den Wohngebäuden und der Grenze zu Prenzlauer Berg sei auf ein Minimum reduziert worden, sagt Ralf Engelke von der Mauerpark-Allianz. Am Montag werde diskutiert, ob das Bürgerbegehren gestartet wird.

Das Vorhaben von Projektentwickler Klaus Groth basiert auf einer Vereinbarung zwischen dem damaligen Grundstückseigentümer CA Immo und dem Land Berlin. In dem sogenannten Mauerpark-Deal wurde vertraglich geregelt, dass der Mauerpark auf Weddinger Gebiet um fünf Hektar vergrößert wird, zudem werden zwei Hektar Fläche für die derzeitigen Nutzer wie den Flohmarkt sowie die Lokale Mauersegler und Schönwetter gesichert. Als Gegenleistung darf das Areal im Norden bebaut werden. Groth kaufte das Gebiet von CA Immo und entwickelte den Entwurf von Architekt Carsten Lorenzen weiter. Als Geste gegenüber den Weddinger Anwohnern wurde vor gut einem Jahr der Zugang zum Mauerpark von der Lortzingstraße aus geöffnet.

Mittes Baustadtrat Carsten Spallek (CDU) hat am Freitag bekanntgegeben, dass die Planungen für die Bebauung im November öffentlich ausgelegt werden. „Wir freuen uns auf eine offene und breit angelegte Diskussion“, sagt Spallek vor allem in Richtung der Bürgerinitiativen. Er rechnet mit Hunderten Stellungnahmen der Bürger gegen die Planung. Einige Änderungen darin gibt es bereits: Um das Wohngebiet vor Lärm zu schützen, soll entlang der Bahntrasse statt drei l-förmigen Gebäuden nun ein durchgehendes Haus errichtet werden.

Wie Klaus Groth mitteilen lässt, geht er davon aus, dass er im zweiten Quartal 2015 mit dem Bau des Wohnviertels beginnen kann. Von den 450 Wohnungen sollen mehr als die Hälfte Mietwohnungen sein, 140 davon werden von einer landeseigenen Wohnungsbaugesellschaft errichtet – dort sollen die Kaltmieten ab 6,50 Euro betragen. Etwa 150 Millionen Euro will Groth investieren.

Wer für Ordnung und Sauberkeit im demnächst größeren Mauerpark sorgt, ist unklar. „Unterschiedliche Zuständigkeiten machen keinen Sinn“, sagt Spallek. Um eine Regelung zu finden, gebe es Absprachen mit dem Nachbarbezirk. Eine der Varianten ist, dass Mitte als Test für einen gewissen Zeitraum seine Flächen abtritt und Pankow allein zuständig wird. Zuvor müssten aber Fragen wie Reinigung, Finanzierung und Kontrollen durch das Ordnungsamt geklärt sein, so Spallek.