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Neukölln: SPD streitet um Image von Neukölln

Der markt am Maybachufer. Hier gibt es keinen Platz an schönen Tagen. Aber das macht nichts. Dafür gibt es alles andere. Und von allem viel.

Der markt am Maybachufer. Hier gibt es keinen Platz an schönen Tagen. Aber das macht nichts. Dafür gibt es alles andere. Und von allem viel.

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Berliner Zeitung

Junglehrer meiden Neuköllner Schulen wegen des schlechten Rufs des Bezirks. Das wurde wieder zu Schuljahresbeginn deutlich, als einige Lehrer nicht an Neuköllner Schulen ihren Dienst antraten – weil sie zwischenzeitlich an anderen Schulen einen Posten gefunden hatten. Nun ist eine E-Mail öffentlich geworden, die Bildungsstaatssekretär Mark Rackles (SPD) an seine Parteifreundin, die Neuköllner Schulstadträtin Franziska Giffey, geschickt hat. Der Tenor: Die Neuköllner SPD-Bezirkspolitiker reden ihren Bezirk schlechter als er ist.

Dauerhafte Negativkampagne

Das zielt auch gegen den mächtigen Bezirksbürgermeister Heinz Buschkowsky (SPD), der in seinem Buch „Neukölln ist überall“ den Niedergang des Bezirks beschreibt. Rackles wirft Giffey und der Neuköllner SPD vor, dass die „bezirklichen Akteure selbst zu Kronzeugen des Abgesangs auf Neukölln werden“. Der Staatssekretär beklagt sich, dass gezielte und dauerhafte Negativkampagnen dazu führten, dass die Region weiter an Attraktivität verliere. Dadurch entstehe ein stabiles Negativbild in der Öffentlichkeit. „Das wird dann zu einem sich selbst verstärkenden Teufelskreis führen.“

Rackles warnt seine Parteifreunde davor, einseitig schwarzzumalen. „Auch in Neukölln gibt es starke Schulen, stabile Wohnquartiere und motiviertes Personal.“ Es dürfe nicht ein ganzer Bezirk das Label „Brennpunktregion“ bekommen.Die SPD-geführte Bildungsverwaltung und die Neuköllner SPD liegen in wichtigen bildungspolitischen Fragen über Kreuz – etwa bei der Kita-Pflicht. Buschkowsky, Giffey und andere Bezirkspolitiker sind seit Langem für eine Kita-Pflicht, Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) will vor allem den Termin der Sprachtests für Vierjährige um ein halbes Jahr vorziehen. (mak.)