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Nichts funktioniert: Chaos bei Berliner Schulsoftware

Bleibt erstmal alles beim alten, an der Schule.

Bleibt erstmal alles beim alten, an der Schule.

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Markus Wächter

Der Landesrechnungshof wirft der Bildungsverwaltung vor, bei der Einrichtung einer einheitlichen und datensicheren Computersoftware für die Schulen „schwerwiegende Fehler und Versäumnisse begangen“ zu haben. Für das seit 2009 laufende IT-Projekt eGovernment@school seien schon die Hälfte der zur Verfügung stehenden 61 Millionen Euro ausgegeben worden, jedoch ohne Erfolg. Das steht in einer Prüfmitteilung des Rechnungshofs, zu dem die Bildungsverwaltung nun Stellung nehmen muss. Dem Bericht zufolge warten die meisten Schulen bis heute auf eine sichere Anbindung an die Verwaltung über sogenannte Datacenterboxen. Dafür fehlen vielerorts die baulichen Voraussetzungen, die Einrichtung einer bereits vor fünf Jahren beschlossenen zentralen elektronischen Schülerdatei ist deshalb immer noch nicht möglich. Damit wollte man eigentlich die Lehrerausstattung pro Schule besser planen.

„Das zwingend anzuwende Projektmanagement-Handbuch wurde nicht beachtet“, sagte Thomas Birk, in der Grünen-Fraktion des Abgeordnetenhauses für Verwaltungsoptimierung zuständig. „Wir erwarten eine lückenlose Aufklärung.“

Die Folge des Planungschaos: Begonnene Schulungen mussten nun abgebrochen werden, schon beschaffte Hardware ist nicht mehr auf dem neuesten Stand der Technik.

Ein großes Problem besteht darin, dass die Verwaltung bei zwei verschiedenen Firmen Software bestellt hat. Das System „Magellan“ der Köpenicker Firma Stüber Systems sollte die Verwaltungsarbeit erleichtern, das System „Units“ wiederum die Stundenplangestaltung vereinfachen. Da aber noch immer keine gemeinsame Schnittstelle etabliert werden konnte, hapert es etwa bei der Zeugniserstellung. Zudem musste das Land der dritten, im Bieterverfahren unterlegenen Firma Haneke 210 000 Euro als Schadensersatz bezahlen.

Die Rechnungsprüfer kritisieren generell, dass die Wirtschaftlichkeit des Vorhabens nicht vorab gründlich untersucht worden ist. Auch bereits angeschaffte Datacenterboxen müssen ab diesem Jahr bereits wieder ersetzt werden. Schon mit der Einführung einer Jugendhilfe-Software war die Verwaltung vor zwei Jahren gescheitert.



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