blz_logo12,9

NPD-Demo durch Kreuzberg: Linke Gruppen wollen die Demo blockieren

Dieses Jahr will die NPD durch Kreuzberg ziehen. Letztes Jahr zogen ihre Anhänger demonstrierend durch den Berliner Stadtteil Schöneweide.

Dieses Jahr will die NPD durch Kreuzberg ziehen. Letztes Jahr zogen ihre Anhänger demonstrierend durch den Berliner Stadtteil Schöneweide.

Foto:

dpa

Linke Gruppen und Parteien wollen Demonstrationen der rechtsextremen NPD an diesem Samstag in Kreuzberg mit Blockaden verhindern. „Wir leisten zivilen Ungehorsam gegen den Naziaufmarsch, dabei geht von uns keine Eskalation aus“, heißt es in einem Aufruf im Internet unter dem Titel „Berlin nazifrei“. Die von den Neonazis geplante Strecke durch den links-alternativen Stadtteil Kreuzberg sei „als pure Provokation“ zu verstehen.

Auch eine NPD-Demonstration am 1. Mai in Neukölln soll blockiert werden. Unterstützt wird der Aufruf von der Linkspartei, den Grünen, den Jusos und verschiedenen antifaschistischen Gruppen. Ob die Berliner NPD tatsächlich mit einigen Dutzend Teilnehmern durch Kreuzberg zieht, steht allerdings noch nicht fest. Die Polizei verhandelt derzeit noch mit der Partei über mögliche andere Routen. Das Ergebnis der Gespräche soll aber wohl erst am Ende der Woche kurz vor dem Termin mitgeteilt werden, sagte eine Sprecherin am Dienstag.

Zug führt an von Flüchtlingen besetzter Schule vorbei

Früher wurden NPD-Kundgebungen in Kreuzberg mehrfach nicht erlaubt, um Krawalle zu verhindern. Die NPD musste an andere Orte ausweichen. Der Senat hatte kürzlich „massive Gegenproteste mit hohem Eskalationspotenzial“ befürchtet. Im Internet rufen gewaltbereite linksextreme Gruppen zum Widerstand gegen die NPD auf.

Eine Antifa-Gruppierung hofft auf ein „Zusammenspiel von militanten Aktionen und massenhafter Beteiligung an Sitzblockaden“. Eine „Nazidemo durch den Bezirk“ sei Grund genug, „mal wieder die Sturmhaube rauszukramen“, heißt es in Anspielung auf die Vermummung von Linksautonomen.

Die NPD will am Samstagmittag gezielt gegen das inzwischen verlassene Flüchtlingscamp auf dem Oranienplatz und gegen die von Flüchtlingen besetzte Schule demonstrieren und auch dort vorbeiziehen. Die Gegendemonstranten planen Treffen am Hermannplatz, am Moritzplatz und am U-Bahnhof Heinrich-Heine-Straße. (dpa)