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Österreicher sammelt Geld für einen Berg in Berlin


Robert Halmer warnt seine Zuschauer direkt vorab. „Schauen Sie sich das hier nur an, wenn Sie in der Lage sind, richtig groß zu denken“, steht am Anfang seines eineinhalbminütigen Youtube-Clips. Halmers Video ist Teil einer Crowdfunding-Kampagne, mit der der 32-Jährige Investoren für sein Projekt sucht. Das waghalsige Vorhaben mit den Namen „Lowland Alps“: Eine Milliarde Euro sammeln. Für einen  Berg. Tausend Meter hoch. In Berlin.

Skipiste mit der S-Bahn erreichbar

„Naja, vielleicht nicht unmittelbar in Berlin, eher vor den Toren der Stadt“, sagt Halmer lachend. „Aber mit der S-Bahn zu erreichen.“ Der junge Mann mit dem imposanten Vollbart träumt von Skipisten, Wanderwegen und Mountainbike-Strecken, die sich den Hang hinunter schlängeln.  Er stammt aus Österreich und lebt seit drei Jahren in Berlin. „Mir ist schon bewusst, dass die Idee ziemlich verrückt ist. Aber unmöglich ist sie nicht!“

Vermutlich werde er keine Milliarde Euro zusammenbekommen, gesteht Halmer, der ein T-Shirt-Label betreibt. Auch eine konkrete Vorstellung davon, wie man eigentlich einen Berg aufschüttet, hat er nicht.  „Aber vielleicht inspiriert meine Idee jemanden,  etwas Kleineres zu bauen. Einen Funpark für Snowboarder zum Beispiel.“

Halmer ist nicht der erste, der hoch hinaus denkt in Berlin. Im Jahr 2009 entwickelte Architekt Jakob Tigges die Idee, das Tempelhofer Feld ins Alpine zu ziehen. Sein Konzept „The Berg“ sah ein 1000-Meter-Massiv vor, er reichte es damals sogar bei der Senatsverwaltung ein. Obwohl das Projekt schnell als nicht realisierbar abgetan wurde,  traf Tigges einen Nerv. Sogar die chinesische Presse druckte seine Simulation ab. Er habe einen Sehnsuchtsort geschaffen, sagte der Architekt damals. 

Simulation: Der Tempelberg auf dem Tempelhofer Feld.

Simulation: Der Tempelberg auf dem Tempelhofer Feld.

Foto:

Jakob Tigges

Hobby-Zeichner Halmer sieht das ähnlich, seine Erklärung für die Faszination Berg ist simpel: „Wenn du unten stehst, kannst du raufgucken, wenn du oben stehst, runter.“ Und obwohl Halmer bisher noch keinen Euro eingesammelt hat, gibt er sich weiter fröhlich-optimistisch. Etwas Weitblick habe ja schließlich  noch niemandem geschadet.