Neuer Inhalt
Berliner Zeitung | Olympia-Bewerbung der Hauptstadt: Die Berliner sollen mitreden
04. July 2014
http://www.berliner-zeitung.de/3093446
©

Olympia-Bewerbung der Hauptstadt: Die Berliner sollen mitreden

Feuerwerk bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele in London am 27. Juli 2012. Da gab es noch keine olympische Bescheidenheit.

Feuerwerk bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele in London am 27. Juli 2012. Da gab es noch keine olympische Bescheidenheit.

Foto:

dpa/Jonathan Brady

Der Berliner Senat wünscht sich eine breite Debatte über die mögliche Olympia-Bewerbung der Hauptstadt. Das sagte Senatssprecher Richard Meng am Freitag im Sportausschuss des Abgeordnetenhauses, der über den Fragenkatalog des Deutschen Olympischen Sportbundes diskutierte. Bis Ende August wird der Senat die 13 Fragen beantworten. Auf dieser Grundlage will der DOSB im Dezember entscheiden, ob es eine deutsche Kandidatur für die Sommerspiele 2024 oder 2028 gibt, und ob Berlin oder Hamburg Bewerberstadt wird.

„Die Diskussion hat begonnen, und das ist gut und wichtig, aber wir sind noch nicht in der Phase, wo es um ein Ja oder Nein zu Olympia geht“, sagte Meng. Er kündigte an, dass die Bürger im Laufe der Kandidatur umfangreich beteiligt werden sollen. Berlin müsse ein Gegenentwurf gelingen zu sportlichen Großereignissen in autoritär geführten Ländern. „Wir wollen Berlin so präsentieren, wie es ist, offen und pluralistisch“, sagte Meng. „Ich bitte Sie ganz lieb, diesen Weg mitzugehen.“

Sportstaatssekretär Andreas Statzkowski (CDU) berichtete über den Stand der Vorbereitung für eine mögliche Kandidatur. Demnach hat eine Projektgruppe, der Mitarbeiter aus vier Senatsverwaltungen und der Senatskanzlei angehören, am Donnerstag die Arbeit aufgenommen. Bis Ende August sollen sie die Fragen des DOSB beantworten, am 26. August verabschiedet der Senat das Papier. Der DOSB möchte unter anderem wissen, wie die Finanzierung gewährleistet wird, welche Sportstätten vorhanden oder geplant sind und wie die Zustimmung der Bürger eingeholt wird.

Statzkowski nannte erste Details zu den bisherigen Überlegungen, betonte aber, es handele sich um „Gedankensplitter unter der Maßgabe der Prüfung“. Demnach könnten Wettbewerbe unter anderem in der Alten Försterei und im Mellowpark ausgetragen werden. Der Senat möchte auch mit den anderen ostdeutschen Bundesländern zusammenarbeiten. So gebe es geeignete Golfplätze in Brandenburg und eine Wildwasserstrecke in Leipzig. Statzkowski betonte, dass Berlin bereits umfangreiche Erfahrungen habe als Gastgeber großer Sportveranstaltungen. Auch in den kommenden Jahren wird es mehrere Meisterschaften in der Stadt geben, unter anderem die WM im Modernen Fünfkampf im Sommer 2015 und die Leichtathletik-EM 2018.

Von der Opposition gibt es verhaltene Unterstützung für eine Berliner Kandidatur. Grüne und Piraten sind gesprächsbereit, die Linken lehnen das Vorhaben ab.