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Olympia in Berlin: Olympia-Gegner warnen vor steigenden Immobilienpreisen

Das Bündnis NOlympia will keine Spiele in Berlin.

Das Bündnis NOlympia will keine Spiele in Berlin.

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dpa

Berlin -

Die Gegner von Olympischen Spielen in Berlin achen mobil. Siewarnen vor einer Kostenexplosion und Folgen für die Umwelt, sollte die Hauptstadt zum Austragungsort werden. Die derzeit kursierende Zahl von zwei Milliarden Euro Kosten werde mindestens auf zehn Milliarden Euro steigen, schätzte Hauke Benner vom Bündnis NOlympia am Freitag in Berlin. „Wozu soll das dienen?“. Allein die Bewerbung werde 50 Millionen Euro kosten, kritisierten die Olympia-Gegner. Bei den Kosten beriefen sie sich auf Zahlen aus Städten wie London, wo die Spiele 2012 stattfanden.

Ob es überhaupt zu einer deutschen Bewerbung für 2024 oder 2028 kommt, will der Deutsche Olympische Sportbund am 6. Dezember entscheiden. Konkurrent von Berlin ist Hamburg. Konkurrent von Berlin ist Hamburg. 1993 war Berlin mit einer Bewerbung für Olympia 2000 gescheitert.

Gefahr für Grün- und Freiflächen

Die Hauptstadt setzt mit der vorhandenen Infrastruktur auf Nachhaltigkeit. Dies lässt der Sportwissenschaftler Johannes Verch nicht gelten. „Der olympische Spitzensport lässt sich nicht ökologisch oder nachhaltig bewerten“, sagte er auch mit Blick auf Transporte und Reisen. Die vielzitierte Nachhaltigkeit sei ein „Mythos“. Karen Thormeyer von der Grünen Liga befürchtet, dass weitere Grün- und Freiflächen verschwinden würden.

Das Bündnis NOlympia warnte zudem vor steigenden Immobilienpreisen wie in anderen Städten. Nach seiner Ansicht wären Olympia-Gelder viel besser im Breitensport, an den Schulen, Kitas und Unis aufgehoben. „Wollen wir investieren in die Infrastruktur, die die Berliner und Berlinerinnen brauchen, oder in die Olympischen Spiele?“, fragte Judith Demba, die wie Benner bereits in den 90er Jahren zu den Gegnern zählte. Sie verwies auf eine Lehrerin, die geklagt habe, dass an ihrer Schule noch nicht einmal die Toiletten-Spülung funktioniere.

Die Chancen, Olympia in Berlin zu verhindern, hält Demba für gut. „Ich glaube schon, dass es eine sehr große Ablehnung und Skepsis in der Berliner Bevölkerung gibt.“ Für das Bündnis steht fest: Die Berliner seien zermürbt von nicht enden wollenden Großprojekten und Baustellen wie dem Flughafen Schönefeld, der U-Bahn U5 und der Autobahn A100. „Berlin braucht jetzt sozialen Wohnungsbau und kein olympisches Dorf“, heißt es in den NOlympia-Broschüren. (dpa)


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