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Palais am Festungsgraben: Ein Haus für die Uno in Berlin-Mitte

Das Palais am Festungsgraben wird in Berlin im Rahmen des Festival of Lights angestrahlt.

Das Palais am Festungsgraben wird in Berlin im Rahmen des Festival of Lights angestrahlt.

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dpa

Das Palais am Festungsgraben zählt zu den repräsentativsten Gebäuden Unter den Linden. Allerdings hat das Land Berlin bisher noch keine Idee, wie das prominente Gebäude hinter der Neuen Wache künftig genutzt werden soll. Ein Initiativkreis macht jetzt den Vorschlag, in dem Palais ein Haus der Vereinten Nationen einzurichten. Ein Veranstaltungs- und Informationszentrum soll es dort geben, UN-Organisationen könnten dort Verbindungsbüros einrichten ebenso wie andere Organisationen, die mit der Uno zusammenarbeiten.

Prominente Unterstützer

Zu der Initiative gehört die Deutsche Gesellschaft für die Vereinten Nationen. „Es wäre schön, wenn neben der musealen Nutzung auch die gesellschaftspolitische Debatte im Zentrum der deutschen Hauptstadt einen Raum findet“, sagt Beate Wagner, die Generalsekretärin der Gesellschaft. Weil sich in der Nachbarschaft Museen von Weltrang, die Humboldt-Universität, die Staatsoper und das Humboldt-Forum befinden, könne das Palais mit seiner zentralen Lage nur eine „internationale und am öffentlichen Interesse ausgerichtete Nutzung“ erhalten, heißt es in einem ersten Konzept.

Die Initiative wird von vielen ehemaligen Botschaftern, Wissenschaftlern und Politikern unterstützt, darunter dem früheren Bundesminister Klaus Töpfer sowie dem ehemaligen Berliner Kultursenator Volker Hassemer. Zu den Unterzeichnern der Initiative gehören auch Manfred Rettig, Vorstand der Stiftung „Berliner Schloss – Humboldt-Forum“, Lea Rosh, Initiatorin des Holocaust-Mahnmals, sowie Schlossförderer Wilhelm von Boddien.

Das Palais am Festungsgraben gehört dem Land Berlin. Christian Friedrich Feldmann hat es in den Jahren 1751 bis 1753 errichtet. Das Grundstück war ein Geschenk von König Friedrich II. an seinen Kammerdiener Johann Gottfried Donner. 1794 kaufte die königliche Finanzverwaltung das Palais, das erst als Dienstwohnung des preußischen Finanzministers, ab 1808 auch als dessen Amtssitz diente. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges ließ die Sowjetische Militäradministration das Haus instandsetzen. Von 1950 bis 1990 war es dann das Haus der Deutsch-Sowjetischen Freundschaft. Berühmt war dort die Tadschikische Teestube, die 2012 auszog. Seit der Wiedervereinigung wird das Haus kulturell und gastronomisch genutzt.

Allerdings macht das Palais einen heruntergekommenen Eindruck. Die Sanierungskosten werden auf 20 bis 25 Millionen Euro geschätzt. „Das Palais soll im Landesbesitz bleiben“, sagt Johanna Steinke, eine Sprecherin der Berliner Immobilienmanagement. Für die Planung der Sanierung erfolge demnächst eine europaweite Ausschreibung. Zur Zukunft des Palais will sich das Land aber nicht festlegen. „Wir führen Gespräche mit verschiedenen Interessenten“, sagt die Sprecherin.