blz_logo12,9

Parkerweiterung: Ultimatum am Mauerpark

Spaziergang im Mauerpark – schon jetzt ist die Grünanlage ein beliebter Treffpunkt für Berliner und Party-Touristen.

Spaziergang im Mauerpark – schon jetzt ist die Grünanlage ein beliebter Treffpunkt für Berliner und Party-Touristen.

Foto:

dpa

Berlin -

#image0

Eine Erweiterung des Mauerparks zwischen Gesundbrunnen und Prenzlauer Berg wird es nicht geben, ohne dass zugleich an den Parkrändern neue Wohn- und Geschäftshäuser gebaut werden können. Das hat der Senat jetzt klargestellt.

Christian Gaebler, Staatssekretär in der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, hat dem Bezirk Mitte zwei Szenarien vorgegeben und erwartet noch im März eine Entscheidung: Entweder der Mauerpark wird nicht erweitert und das Land Berlin zahlt die Strafe an die Allianz Umweltstiftung. Oder der Bebauungsplan, der eine Bebauung nördlich des Gleimtunnels vorsieht, wird zu Ende gebracht, so Gaebler.

Viel Zeit hat das Land verstreichen lassen. Für die Parkgestaltung in den 90er-Jahren stellte die Allianz Umweltstiftung dem Senat 2,25 Millionen Euro zur Verfügung. Knüpfte das aber an die Bedingung, dass der Mauerpark bis 2010 zehn Hektar groß sein muss. Die Stiftung hat die Frist verlängert, fordert nun aber, dass dieses Jahr die Parkerweiterung beginnt. Ansonsten will sie das Geld zurück. „Wir stehen unter Zeitdruck“, sagt Petra Rohland, Sprecherin der Stadtentwicklungsbehörde.

#image1

Anwohner lehnen Erweiterung ab

Wie es weitergeht, darüber muss das Bezirksparlament Mitte entscheiden. Am 30. März wird es eine Sondersitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung geben. Die Bezirkspolitiker müssen beschließen, ob sie die vom Land vorgesehene Parkerweiterung unterstützen und die Planung weiterführen. Die aber wird vor allem von Anwohnern in Prenzlauer Berg abgelehnt, 2.500 Bürger hatten sich dagegen ausgesprochen.

Sie befürchten, dass es mit den Nutzern des Parks, etwa Musikgruppen und Party-Touristen, zu Konflikten kommt. Schon jetzt ist der Mauerpark an schönen Wochenenden übervoll, wenn er von bis zu 50.000 Menschen besucht wird. Zudem ist Anwohnern die Bebauung zu groß und zu dicht.

Die Planung des Bezirks Mitte zur Erweiterung ist im Kern ein Deal mit dem Grundstückseigentümer, der CA Immobilien Anlagen AG aus Wien: Parkerweiterung gegen Baurecht, so die Idee. Denn der CA Immo gehören neben dem Mauerpark zehn Hektar Fläche, wovon das Land einen Teil für den Park braucht. Das Unternehmen ist bereit, dem Land sechs Hektar für die Erweiterung zu überlassen und erwartet dafür Baurecht auf den übrigen Flächen. Die CA Immo veranstaltete bereits einen städtebaulichen Wettbewerb und ging auf Forderungen des Bezirks und von Anwohnern ein. Nördlich des Gleimtunnels zum Beispiel sollen statt ursprünglich geplanten 600 Wohnungen nur noch 400 bis 550 Wohnungen entstehen.

Der Bezirk soll entscheiden

Doch auch diese Konzepte lehnen Initiativen wie der Bürgerverein Gleimviertel grundsätzlich ab. Vor einem Jahr zog die CA Immo einen Schlussstrich, nachdem sie über die Jahre 400.000 Euro in die Planungen investiert hatte. Sie sieht in den „Endlosdiskussionen“ keinen Sinn mehr. „Wir werden neue Vorschläge nicht mehr diskutieren. Jetzt liegt es am Bezirk zu entscheiden“, sagt Sprecher Wilhelm Brandt. Sollte der Bebauungsplan nicht weitergeführt werden, werde man die Gewerbeflächen wieder langfristig vermieten.

Der Vorschlag von Mittes Baustadtrat Carsten Spallek (CDU), das Land könne zwei Hektar für die Erweiterung kaufen, hat damit kaum Erfolgschancen. Ebenso ist wohl das Bestreben der Stiftung Welt-Bürger-Park, die von Linken und Grünen im Abgeordnetenhaus unterstützt wird, gescheitert, der CA Immo das Gelände abzukaufen. Etwa zehn Millionen Euro wären nötig gewesen, nur ein paar Tausend Euro wurden gespendet.



Neue Nachrichten

Wir haben neue Artikel für Sie. Möchten Sie jetzt die aktuelle Startseite laden?