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Einsatz am Bahnhof Friedrichstraße: Halbnackter Mann legt S-Bahn-Verkehr in Berlin lahm

Am Bahnhof Friedrichstraße ist die Polizei am Dienstagnachmittag im Großeinsatz.

Am Bahnhof Friedrichstraße ist die Polizei am Dienstagnachmittag im Großeinsatz.

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imago stock&people

Ein 20-Jähriger hat am Dienstag für stundenlange Unterbrechung der Bahnstrecke zwischen Alexanderplatz und Bahnhof Zoo gesorgt. Reisende saßen fest, Bahnsteige waren gesperrt.

Gegen 13.10 Uhr war der psychisch gestörte Mann am S-Bahnhof Friedrichstraße auf das Dach einer S-Bahn geklettert. Von dort aus gelangte er auf das Bahnhofsdach. Dort entledigte er sich seiner Oberbekleidung und lief auf dem Dach hin und her. Zunächst wurde der S-Bahn-Verkehr unterbrochen. „Da nicht auszuschließen war, dass er auf die Gleise des Regionalverkehrs springt oder Kontakt mit der Oberleitung bekommt, wurde auch die Regional- und Fernbahn vorsorglich unterbrochen“, sagte ein Sprecher der Bundespolizei.

Sämtliche Bahnsteige wurden daraufhin gesperrt. Die S-Bahnen verkehrten nur bis Alexanderplatz oder Zoo. Regional- und Fernverkehrszüge wurden umgeleitet. Nachdem rund 320 Fahrgäste über eine Stunde in einer S-Bahn der Linie 5 zwischen Hackescher Markt und Friedrichstraße festsaßen, durften sie diese über die Gleise verlassen. Gleiches galt für eine S75 mit 190 Fahrgästen.

Lange versuchten Feuerwehrleute und Polizisten, den 20-Jährigen davon zu überzeugen, hinunterzusteigen. Er saß zwischenzeitlich an der Dachkante und lief Gefahr abzustürzen. Auch der Betreuer des 20-jährigen Berliners, der in psychiatrischer Behandlung ist, konnte nicht helfen. Schließlich überwältigten ihn Bundespolizisten. Gegen 16 Uhr brachten Feuerwehrleute ihn mit einer Hebebühne nach unten. Er kam in eine Klinik. Um 16.20 Uhr gab die Bahn die Gleise wieder frei.

„Allein während der Sperrung waren über 70 S-Bahnen und über 50 Regional- und Fernzüge von Ausfällen und Umleitungen betroffen“, sagte ein Bahnsprecher. „Und es wird noch mehrere Stunden dauern, bis alles wieder normal läuft.“



Unterbrechung auch in Schöneweide

Am Vormittag hatte es am S-Bahnhof Schöneweide einen Polizeieinsatz gegeben. Gegen 7.25 Uhr war eine 16-Jährige von einem Zug der S-Bahnlinie 46 in Richtung Königs Wusterhausen überrollt worden. Die Jugendliche, die laut Polizei einen verwirrten Eindruck machte, hatte sich auf den Gleisen aufgehalten und wurde von dem Zug erfasst.

Da sie genau zwischen den Rädern zum Liegen kam, wurde sie nicht verletzt. Nachdem der Zugführer die Bahn zum Stehen gebracht hatte, kroch das Mädchen unter dem Zug hervor und rannte weg. Bundespolizisten konnten sie in der Nähe des Bahnhofs festnehmen. Die aus Spandau stammende 16-Jährige kam ins Krankenhaus.

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