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Anschlag auf Thilo Sarrazin: Rosa Farbe flog auf Sarrazins Haus

Die Fassade des Hauses im Charlottenburger Ortsteil Westend wurde großflächig verschmutzt.

Die Fassade des Hauses im Charlottenburger Ortsteil Westend wurde großflächig verschmutzt.

Foto:

ABIX

Auf das Wohnhaus des ehemaligen Bundesbankvorstandes und Finanzsenators Thilo Sarrazin haben Unbekannte einen Farbanschlag verübt. Am Sonntag entdeckte eine Objektschutzstreife der Polizei gegen 2 Uhr die Verschmutzungen an dem Einfamilienhaus in Westend. Die Täter hatten zahlreiche Beutel mit rosa Farbe gegen die Fassade geworfen und diese auf der gesamten Fläche verschmutzt.

Nach Angaben der Polizei gibt es derzeit keine Zeugen der Tat. Der Staatsschutz hat die Ermittlungen übernommen.

Sarrazin selbst war nach Angaben der Polizei in dieser Nacht nicht zu Hause. Der SPD-Mann nahm an einer „Konferenz zur Zukunft der Familie“ in Leipzig teil. Auf dieser wurden unter anderem homosexuellenfeindliche Thesen verbreitet, etwa durch Jelena Misulina, einer Mitautorin von Anti-Schwulen-Gesetzen unter Putin. Veranstalter der Konferenz war der Chefredakteur des Magazins "Compact", Jürgen Elsässer - ein früherer Kommunist, der heute als Rechtspopulist und Verschwörungstheoretiker gilt. Am Rande der Veranstaltung kam es zu heftigen Protesten von Gegendemonstranten linker Gruppen.

Bekennerschreiben veröffentlicht

Am Sonntagnachmittag tauchte auf der linksradikalen Webseite "linksunten" ein Selbstbezichtigungsschreiben auf. Die Verfasser bekennen sich dazu, Sarrazins Haus "besucht und rosa markiert" zu haben. In dem Schreiben nehmen sie unter anderem Bezug auf Sarrazins Teilnahme an der Konferenz in Leipzig und werfen ihm rassistische Stigmatisierung vor.

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