E_Paper_BZ
Nachrichten aus Berlin und der ganzen Welt

Berlin Neukölln: Autofahrer schlägt Polizistin

Foto:

dapd/Archiv

Berlin -

Erneut sind in Berlin Polizisten angegriffen und verletzt worden. Am Donnerstag attackierten junge Männer in Neukölln eine Polizeistreife, weil den Tätern der Fahrstil der Beamten nicht passte.

Die Streife war gegen 16.50 Uhr wegen eines Verkehrsunfalls in die Karl-Marx-Straße alarmiert worden. Als die Beamten den Einsatzort suchten und sich niemand bemerkbar machte, fuhren sie mit geringem Tempo in der rechten Spur die Karl-Marx-Straße in Richtung Grenzallee entlang.

Nach Angaben der Polizei hielt der Funkwagen vor einem Einkaufszentrum an der Ecke Flughafenstraße  in zweiter Reihe, worauf ein BMW in der linken Fahrspur neben ihm stoppte. Der 26-jährige Fahrer Bahadi Ö. schrie laut Zeugen durch das offene Fenster, dass das Polizeiauto schneller fahren solle. Dann bog der BMW vor den Einsatzwagen und hielt an. Bahadi Ö. und sein sieben Jahre jüngerer Bruder Ilyas  stiegen aus und gingen auf die Polizisten zu. Bei der Rangelei, die dann folgte, schlug einer der beiden einer 33 Jahre alte Polizeikommissarin ins Gesicht.

Ladenbesitzer filmten mit Handys

Wer von den beiden schlug, ist noch nicht abschließend geklärt. Die beiden Männer stiegen danach wieder in ihr Auto. Der Aufforderung da zu bleiben, wollten beide nicht nachkommen, so dass die Polizistin die Tür an der Fahrerseite öffnete. Der  Autofahrer Bahadi Ö. schlug die Tür wieder zu und traf dabei die Polizistin an der Schulter. Eine inzwischen hinzualarmierte weitere Streife verhinderte die Flucht der rabiaten Brüder und nahm deren Personalien auf. Danach  konnten die beiden weiterfahren. Sie bekamen Anzeigen wegen Körperverletzung, Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte und Nötigung im Straßenverkehr.

Die leicht verletzte Polizistin klagte über Schmerzen in der Schulter und am Kopf, brauchte aber nicht ärztlich behandelt werden. Sie setzte ihren Dienst fort.

Während des Einsatzes sammelte sich eine Menschentraube von mehr als  70 Jugendlichen und jungen Männern türkischer und arabischer Herkunft an, die das Geschehen verfolgte. „Den Beamten kam jedoch niemand zu Hilfe“, sagte ein Polizeisprecher. Zeugen berichten, dass Ladenbesitzer ihre Türen schlossen und das Geschehen mit ihren Handys filmten und Fotos machten.

In Berlin ist es am gefährlichsten

Laut einer Untersuchung des Bundeskriminalamtes gibt es in der Hauptstadt die meisten Übergriffe auf Polizeibeamte. Hier gab es auf 100 000 Einwohner gerechnet 95,3 Fälle, in denen Polizisten angegriffen beziehungsweise verletzt wurden. 3 336 solcher Fälle wurden gezählt. Im Jahr 2011 waren es nur 3 116. Gefolgt wird Berlin in der BKA-Statistik von den Stadtstaaten Bremen und Hamburg. Am ruhigsten haben es Polizeibeamte in Flächenländern wie Hessen.

Folgen Sie unserem Kriminalreporter Andreas Kopietz auf Twitter  https://twitter.com/KopietzAndreas