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Die 23 unsichersten Orte der Stadt: Wo Berlin gefährlich ist

Einsatz in Friedrichshain: An der Riegaer Straße ist die Polizei Stammgast.

Einsatz in Friedrichshain: An der Riegaer Straße ist die Polizei Stammgast.

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imago stock&people

Nach der jüngsten Polizeirazzia in der Rigaer Straße in Friedrichshain wird wieder deutlich: In Berlin gibt es offenbar Gegenden, die zu rechtsfreien Räumen zu verkommen drohen. Der Kiez um die Rigaer Straße ist eine Hochburg der Linksautonomen. Immer wieder werden Autos angezündet oder demoliert und Brände gelegt, um Zuzügler abzuschrecken. Polizeiintern gilt der Kiez daher als „gefährlicher Ort“, an dem Beamte ohne Anlass Personen kontrollieren können. Bei einer Kontrolle wurde zuletzt am Mittwoch ein Beamter verprügelt – was einen großen Polizeieinsatz bis zum Abend nach sich zog.

Auch anderswo, etwa in Gesundbrunnen oder Neukölln, eskalieren routinemäßige Einsätze immer wieder, Straftaten häufen sich. Bleibt die Frage: Kann man sich in dieser Stadt noch sicher fühlen?


Die 23 gefährlichsten Orte Berlins

76.000 Opfer

In Berlin werden jährlich rund 76.000 Menschen Opfer von Delikten wie Körperverletzung, Straßenraub, Bedrohung oder sexuellem Missbrauch. So fragen sich vor allem ältere Menschen, ob sie eigentlich noch vor die Tür gehen können. Doch zumindest statistisch gesehen ist für Menschen über 60 das Risiko, Raubopfer zu werden, gering.

Senioren werden vor allem Ziele etwa von Trickbetrügern, die sich als Verwandte ausgeben. Dass ältere Leute seltener Opfer von Gewalt werden, hat nach Erkenntnis der Polizei verschiedene Gründe: So leben Senioren zurückgezogener, während junge Leute oft nachts unterwegs sind. Auch die Hemmschwelle, eine alte Dame zu überfallen, liegt höher. Laut Kriminalstatistik wurde 173 älteren Menschen im Jahr 2014 die Handtasche geraubt. Gerechnet auf 100.000 Einwohner der jeweiligen Bevölkerungsgruppe sind das 20. So rechnen die Polizeistatistiker, um eine Vergleichbarkeit zwischen den Altersgruppen herzustellen. 521 von 100.000 Senioren wurden Opfer von Gewalttaten, in absoluten Zahlen 4572.

Jugendliche am meisten gefährdet

Anders sieht es bei der Altersgruppe der 21- bis 60-Jährigen aus: Auf 100.000 Einwohner gerechnet, gab es 2809 Opfer – eine Gesamtzahl von 57.177. Bei Jugendlichen und Heranwachsenden unter 21 Jahren gab es zwar „nur“ 15.081 Gewaltopfer, was eine Belastung von 443 auf 100.000 Einwohner ist. Dennoch ist diese Gruppe am meisten gefährdet. Denn ihre Altersspanne grenzt einen viel kürzeren Zeitraum ein als die der Erwachsenen bis 60 Jahre.

Rund drei Viertel der Opfer waren Deutsche, die Mehrheit der Opfer von Raub und Körperverletzung männlich. Nachdem es in Köln massenhaft sexuelle Übergriffe gab, fühlen sich viele Frauen auch in Berlin nicht mehr sicher. Doch diese Angst ist laut Polizei unbegründet, jedenfalls statistisch. Kriminalisten sprechen von einem „Kriminalitätsfurcht-Paradox“. Die Gefahr für Frauen, auf der Straße sexuell belästigt zu werden, ist trotz der existierenden Fälle gering. Sexuelle Übergriffe spielen sich vor allem im häuslichen Bereich ab.

Auf 100.000 Einwohner werden in Berlin insgesamt 16.000 Straftaten registriert. Dazu gehören nicht nur Gewalt, sondern alle anderen Delikte wie Diebstahl und Betrug. Das ist leicht unter dem Bundesdurchschnitt. Das ist viel oder wenig. Je nachdem, wie man die Statistik interpretieren möchte.