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Drohnen-Präsentation: Volle Drohnung bei der Berliner Polizei

Drohnen werden inzwischen vielfach eingesetzt, nun auch verstärkt bei der Polizei.

Drohnen werden inzwischen vielfach eingesetzt, nun auch verstärkt bei der Polizei.

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dpa

Seit vier Jahren nutzt die Berliner Polizei eine Drohne zum Fotografieren von Tatorten. Vor allem können mit den gefertigten Fotos Verkehrsunfälle dokumentiert werden. Am heutigen Montag wollen Kriminaltechniker sie erstmals der Öffentlichkeit vorstellen. Natürlich nur, wenn das Wetter mitspielt.

Der Polizei-Quadrocopter, wie das Gerät fachmännisch heißt, besteht aus einem Metallring mit einem Durchmesser von einem Meter. Daran sind vier Elektromotoren geschraubt, an denen Rotorblätter befestigt sind. Im Inneren des Rings befindet sich eine Batterie sowie eine Spezialkamera. Das Gerät wird hauptsächlich zum Fotografieren von Tat-und Unfallorten genutzt. Die gefertigten Bilder werden am Computer ausgewertet. Mit den erfassten Daten können Unfälle beispielsweise dreidimensional nachgestellt werden. Im vergangenen Jahr ging die Drohne nach sechs Unfällen in die Luft. Außerdem gab es Einsätze zum Auffinden von Drogenverstecken in verschiedenen Parks der Stadt. Insgesamt können die Kriminaltechniker 150 Einsätze verbuchen.

Darunter sind auch Flüge bei Vorbereitungen von Großereignissen. Vorm Papstbesuch war „oben Drohne“. „Volle Drohnung“ gab es auch, bevor Obama seine Füße auf deutschen Boden setzte. Zuletzt war das Fluggerät im März dieses Jahres beim Vermessen eines Unfallortes am Mehringdamm eingesetzt worden. Bei dem spektakulären Unfall war ein Gefangenentransporter der Polizei mit einem Renault zusammengestoßen. Durch die Wucht des Aufpralls kippte der Transporter um. Ein Randalierer, der zur Blutabnahme gebracht werden sollte, wurde bei dem Unfall verletzt. Die Ermittlungen zur Unfallursache sind noch nicht abgeschlossen.

Flugsicherung muss grünes Licht geben

Gesteuert wird das Gerät von Mitarbeitern der Kriminaltechnik, die als Luftfahrzeugfernführer eine Lizenz besitzen. Die Fähigkeiten müssen die Steuermänner regelmäßig nachweisen. Das ist Vorschrift in Berlin. Vorschrift ist auch, dass sich, wenn die Drohne in der Luft ist, kein Mensch unter ihr aufhalten darf.

Der Einsatz von Drohnen bei der Polizei ist Ländersache und unter Datenschützern nicht unumstritten. Mit dem Einsatz der fliegenden Kameras sind Persönlichkeitsrechte ganz schnell in Gefahr, sagen Polizisten.

In verschiedenen Bundesländern werden die Geräte zur Überwachung von Demonstrationen benutzt. Das ist in Berlin unter anderem wegen der Absturzgefahr untersagt. Auch darf das Gerät nur über ein abgesperrtes Areal fliegen. Dazu kommt, dass die Drohne der Berliner Polizei nur dann aufsteigen darf, wenn die Flugsicherung nichts dagegen hat. Sie muss jeden Flug genehmigen. Abhängig macht sie das vom Wetter, vom Grund des Fluges und vom Gebiet, das überflogen werden soll. Das Bundeskanzleramt, das Auswärtige Amt, Flugschneisen sowie das Holocaust-Mahnmal sind für einen Drohneneinsatz tabu. Auch muss nachts das Gerät am Boden bleiben. Geflogen wird nur auf Sichtweite in einer Höhe von maximal 50 Metern.

Das Gerät sei eine Ergänzung zum Polizeihubschrauber, dessen Einsatz allerdings viel teurer ist. Die Drohne ergänze den Helikopter, heißt es im Polizeipräsidium.

Sie ist 1,3 Kilogramm schwer und kann bis zu einer halben Stunde in der Luft bleiben. Die Reichweite beträgt rund 1000 Meter. Sie wird bis zu einer Windgeschwindigkeit von acht Metern in der Sekunde eingesetzt. Probleme kann es im Winter geben. Bei extremer Kälte müssen die Batterien vorgewärmt werden. Drohnen fliegen stabil, weil sie ständig Funkfrequenzen ändern und somit kaum von außerhalb zum Absturz zu bringen sind.