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Erneut Einsatz in Berlin-Schöneberg: Polizei traut sich nicht mehr allein zur Grunewaldstraße 87

Erneut gab es einen Einsatz in der Grunewaldstraße 87.

Erneut gab es einen Einsatz in der Grunewaldstraße 87.

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ABIX

Gegen 4.30 Uhr wurden Polizei und Feuerwehr zum Wohnhaus Grunewaldstraße 87 alarmiert. Nach Angaben eines Polizeisprechers stritten sich in einer Wohnung ein 44-jähriger Mann und eine 48-jährige Frau. Dabei schlugen beiden aufeinander ein. Die Frau musste mit Verdacht auf einen Armbruch in ein Krankenhaus gebracht werden. Der Mann wurde festgenommen. Bei ihm maßen die Polizisten einen Atemalkoholwert von 2,8 Promille. Gegen ihn leitete die Polizei ein Verfahren wegen Körperverletzung ein. Nach ambulanter Behandlung konnte die Frau die Klinik wieder verlassen.

Aus Gründen der Eigensicherung rückte die Polizei zu diesem Einsatz mit zahlreichen Streifenwagen und mehreren Mannschaftstransportern an. "Bei diesem Haus konnte man nicht wissen, was man vorfindet", sagte ein Beamter. "Deshalb fuhren alle verfügbaren Kräfte dort hin."

Nahezu jeden Tag kommt es dort zu Polizeieinsätzen, weil Bewohner dort aneinandergeraten. Immer wieder werden dort auch Polizisten bedroht. Nach Informationen der Berliner Zeitung erging vor einigen Tagen polizeiintern die Weisung, dass kein Funkwagen mehr allein zur Grunewaldstraße 87 fahren soll. Dies betreffe alle Einsätze. "In der Praxis ist dies aber wegen des Personalmangels schwer umsetzbar", sagte ein Beamter.

Auch die Feuerwehr hat beim zuständigen Abschnitt 41 darum gebeten, dass die Polizei sie bei künftigen Einsätzen begleiten soll

Wohnung aufgebrochen

Schon am Dienstag war die Polizei mit einem Großaufgebot in der Grunewaldstraße 87. Zwei rivalisierende Roma-Familien aus Rumänien waren in Streit geraten. Ein Spezialeinsatzkommando nahm den 26-Jährigen fest.

Das Haus, in dem sich der Streit abspielte, ist mittlerweile stadtbekannt: Mehr als 200 Menschen, darunter viele Roma-Familien, wohnen dort unter prekären Verhältnissen und katastrophalen hygienischen Bedingungen.

Am Mittwochvormittag wurde die Polizei erneut zu dem Haus gerufen: Jemand soll die Wohnung des am Dienstag Festgenommenen aufgebrochen haben.