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Großbrand aufgeklärt: Polizei fasst Spreepark-Brandstifter

Nur noch Schutt und Asche: Ein Feuerwehrmann steht am 11.08.2014 in Berlin auf dem Gelände des ehemaligen Spreepark Berlin im Plänterwald.

Nur noch Schutt und Asche: Ein Feuerwehrmann steht am 11.08.2014 in Berlin auf dem Gelände des ehemaligen Spreepark Berlin im Plänterwald.

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dpa

Einen Tag nach dem Großfeuer im ehemaligen Spreepark im Plänterwald sind die Brandstifter offenbar ermittelt. Vier Männer im Alter von 19, 20, 21 und 29 Jahren stehen laut Polizei im dringenden Verdacht, am frühen Montagmorgen gegen 0.45 Uhr das Feuer auf dem Gelände des einstigen Vergnügungsparks gelegt zu haben.

Die Männer wurden noch in derselben Nacht in Steglitz gefasst, wo sie gegen 3.30 Uhr an der Robert-Lück-Straße einen geparkten Pkw der Marke Audi Cabrio anzündeten. Als sie von Zivilfahndern dabei ertappt wurden, rasten sie mit ihrem VW davon. Nach einer Verfolgungsjagd mit der Polizei (wir berichteten) wurde das Auto an der Lauenburger Straße schließlich gestoppt. Der Fluchtfahrer hatte keinen Führerschein und war – wie die anderen Insassen auch – betrunken.

Bei den Vernehmungen im Brandkommissariat des Landeskriminalamtes verdichteten sich die Hinweise darauf, dass die Gruppe bereits vor der Autozündelei gemeinsam unterwegs war. „Die Rekonstruktion der Nacht erbrachte Hinweise, dass sich die vier Personen auch in Pankow und Treptow aufhielten“, sagte eine Polizeisprecherin. Nach intensiven Vernehmungen gestand einer der Männer dann die Brandstiftung im Spreepark. Zwei seiner Mittäter bestätigten die Geschichte, der vierte Beschuldigte schweigt.

Die Geständnisse der Männer, die aus Pankow, Reinickendorf Steglitz und Mitte stammen, erbrachten, dass sie das Feuer aus Spaß legten, „just for fun“, wie es laut Polizei heißt. Der Älteste der Vier sollte in dieser Woche eine Ersatzfreiheitsstrafe antreten, weil er die Geldstrafe für einen Diebstahl nicht bezahlt hatte. Die Freunde feierten an dem Abend seinen Abschied – trinkend und zündelnd.

Neuer Zaun für mehr Sicherheit

In der Nacht zu Montag hatten Zeugen das Feuer im einstigen englischen Dorf nahe dem Riesenrad bemerkt und Feuerwehr sowie Polizei alarmiert. Die Feuerwehr sah sich dann mit einem Großbrand konfrontiert, der sich über eine Fläche von etwa 5000 Quadratmetern erstreckte. Da die Flammen an mindestens zwei Stellen gleichzeitig ausgebrochen waren, hatten die Ermittler schnell den Verdacht, dass es sich um vorsätzliche Brandstiftung handelte.

Die vier Tatverdächtigen sollten noch am Dienstag einem Richter zum Erlass von Haftbefehlen vorgeführt werden.

Im Spreepark selbst wird indes eifrig an der Sicherheit des Geländes gearbeitet. Bäume werden von Totholz befreit. Und der alte Zaun, der das zirka 30 Hektar große Gelände umschließt, wird erneuert. Arbeiter einer Spezialfirma haben am Dienstag die ersten Felder eines neuen, gut 2,20 Meter hohen und robusten Metallzauns gesetzt. Der alte Drahtzaun ist nur etwa 1,60 Meter hoch und wurde an mehreren Stellen eingetreten oder zerschnitten. Vor allem junge Touristen gelangen auf diese Weise auf das Spreepark-Areal. Am Dienstag berichteten sechs jugendliche Engländer, dass der Spreepark als „Geheimtipp“ in ihrem Reiseführer steht – als einer von zehn Orten, an denen man in Berlin gewesen sein müsse.

Beim Liegenschaftsfonds, dem das Parkgelände gehört, weiß man davon. „Weil die Leute überall rumklettern und sich Gefahren aussetzen, haben wir jetzt den Zugang zum Riesenrad entfernt“, sagte Sprecherin Marlies Masche. Das 45 Meter hohe Rad steht auf einer Insel, seine Gondeln sind begehrte Partyorte. Am Dienstag drehte sich das verrostete Rad übrigens wie von Geisterhand getrieben. Es werde vom Wind bewegt, hieß es beim Liegenschaftsfonds.


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