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Berliner Zeitung | Illegales Autorennen: Justiz will bei den zwei Rasern Härte zeigen
03. February 2016
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Illegales Autorennen: Justiz will bei den zwei Rasern Härte zeigen

Die gesperrte Tauentzienstraße am 01.02.2016 in Berlin nach einem illegalen Autorennen. Bei dem illegalen Autorennen ist ein Fahrer ums Leben gekommen. Drei weitere Autoinsassen wurden schwer verletzt.

Die gesperrte Tauentzienstraße am 01.02.2016 in Berlin nach einem illegalen Autorennen. Bei dem illegalen Autorennen ist ein Fahrer ums Leben gekommen. Drei weitere Autoinsassen wurden schwer verletzt.

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dpa

Im Fall des tödlichen Autorennens in Berlin will die Staatsanwaltschaft alle Möglichkeiten des Strafrechts ausschöpfen. Ermittelt werde gegen die 26 und 24 Jahre alten Männer jetzt unter anderem wegen Totschlags, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Martin Steltner, am Mittwoch. Zuständig für den Fall sei bei der Staatsanwaltschaft der Bereich der organisierten Kriminalität.

Laut Steltner prüfen die Staatsanwälte, ob bei den Fahrern der Unfallautos ein sogenannter bedingter Tötungsvorsatz vorlag. Der juristische Vorwurf wäre dann nicht nur fahrlässige Tötung sondern Totschlag. Zudem geht es um den Vorwurf der Gefährdung des Straßenverkehrs.

Einer der beiden Raser hatte bei einem illegalen Autorennen in der Nacht zu Montag auf der Tauentzienstraße ein drittes Auto gerammt. Dessen 69-jähriger Fahrer starb noch am Unglücksort. Die beiden Fahrer hatten mit ihren Sportwagen vorher mehrere rote Ampeln überfahren.

Angesichts der hohen Geschwindigkeiten der Autos und der auch in der Nacht befahrenen Kreuzungen der Tauentzienstraße hätten die Täter einen Unfall und die Tötung eines Menschen möglicherweise hingenommen, hieß es.
Für Totschlag liegt die Strafe bei mindestens fünf Jahren Gefängnis. Der Strafrahmen für fahrlässige Tötung bewegt sich zwischen Geldstrafen, Bewährungsstrafen und Gefängnis bis zu fünf Jahren.

Innensenator Frank Henkel (CDU) hatte am Dienstag ein härteres Vorgehen gegen illegale Autorennen und gefährliche Raser gefordert. Er schlug Obergrenzen bei der Stärke der Motoren und der PS-Zahl für Führerscheinneulinge sowie einen konsequenteren Entzug des Führerscheins vor. Einer der beiden polizeibekannten Täter hatte seinen Führerschein erst seit 2014. (dpa)