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In der Berliner U-Bahn: Sieben Mal Menschen auf Gleise gestoßen

Seit 2001 sind in Berlin mindestens sieben Menschen auf U-Bahnschienen geschubst worden.

Seit 2001 sind in Berlin mindestens sieben Menschen auf U-Bahnschienen geschubst worden.

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imago stock&people

Die tödliche Attacke auf eine deutsch-schwedische Studentin am Ernst-Reuter-Platz in Berlin hat die Menschen in ganz Deutschland entsetzt. Der Alptraum jedes U-Bahn-Fahrgastes ist in der Vergangenheit leider wiederholt Realität geworden. Todesfälle blieben dabei bislang die Ausnahme, allerdings kam es immer wieder zu schwerwiegenden Verletzungen, mit denen die Opfer bis heute leben müssen.

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Eine Chronologie:

Dezember 2001, Kurt Schumacher-Platz: Am U-Bahnhof Kurt-Schumacher Platz stößt ein 23-Jähriger einen Soldaten vor einen Zug. Arkadius M. ist seitdem querschnittsgelähmt. Die Polizei fertigt ein Phantombild des Täters, woraufhin ihn eine Frau erkennt. Dennis P. wird in einer geschlossenen Anstalt untergebracht.

August 2002, Paradestraße: Ein 19-jähriger Liberianer schubst eine 24-jährige Frau auf dem Bahnhof Paradestraße vor eine einfahrende U-Bahn der Linie U6. Wiebke S. erleidet bei diesem Sturz lebensgefährliche Kopfverletzungen. Der Täter Mcjonny A. wird in eine geschlossene Abteilung eines Krankenhauses eingeliefert.

Dezember 2002, Zwickauer Damm: Der angetrunkene Waldemar O. belästigt auf dem Bahnhof Zwickauer Damm den 22-jährigen Thiemo K. aus Altglienicke mehrfach. Als dieser nicht reagiert, schubst ihn der Täter vor den Zug der U-Bahn-Linie 7. Bei dem Sturz verliert Thiemo K. beide Unterschenkel.

Januar 2005, Kottbusser Tor: Der 52-jährige Boznan Turgut wird im U-Bahnhof Kottbusser Tor direkt vor einen einfahrenden Zug gestoßen und um ein Haar getötet. Nur weil zwei Frauen eingreifen, kann er sich auf den Bahnsteig der Linie U 8 retten.

Mai 2011, Magdalenenstraße: Eine Unbekannte attackiert am U-Bahnhof Magdalenenstraße eine 58-jährige Frau. Sie zerrt ihr Opfer auf den Bahnsteig, schlägt auf sie ein und stößt sie in das Gleisbett der U-Bahn-Linie 5. Der Fahrer des nahenden Zuges kann rechtzeitig bremsen, die Frau kommt mit Rippenprellungen und Schürfwunden glimpflich davon.

Mai 2015, Klosterstraße: Die per Haftbefehl gesuchten Brüder Tarek und Khaled M. (18 und 20 Jahre alt) greifen mit zwei weiteren jungen Männern ihre zwei aus der Mongolei stammenden Opfer an. Ein 25-Jähriger erleidet dabei einen Messerstich im Bauch und wird in das Gleisbett der U-Bahn gestoßen. Sein Begleiter kann die Angreifer mit Steinwürfen vertreiben und zieht seinen Bekannten zurück auf den Bahnsteig. Nur mit zwei Notoperationen können die Ärzte das Leben des Verletzten retten.

Januar 2016, Ernst-Reuter-Platz: Ein 28 Jahre alter Mann stößt eine deutsch-schwedische Studentin auf dem U-Bahnhof Ernst-Reuter-Platz vor einen Zug. Die 20-Jährige wird von dem einfahrenden Zug überrollt und getötet. Zeugen halten den Mann fest und übergeben ihn der Polizei. Der in Hamburg geborene Mann mit iranischer Staatsbürgerschaft ist psychisch krank und wird in eine psychiatrische Klinik eingewiesen.

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