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Mordprozess Maria P.: Brandgutachterin schließt Unfalltheorie aus

Gedenken an die ermordete Maria P. am Malchower See in Hohenschönhausen. Die 19-Jährige ist hier aufgewachsen.

Gedenken an die ermordete Maria P. am Malchower See in Hohenschönhausen. Die 19-Jährige ist hier aufgewachsen.

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dpa/Oliver Mehlis

Kann der Funke eines Feuerzeuges die schwangere Maria P., die von ihren mutmaßlichen Mördern mit Benzin übergossen wurde, in Brand gesteckt haben? Silke Cox, Brandgutachterin des Bundeskriminalamtes, konnte dies am Donnerstag im Landgericht nicht völlig ausschließen.

Aber nach ihren Worten kann die Zündquelle eigentlich nicht einen Meter weit von der 19-Jährigen entfernt gewesen sein. In Versuchen habe sie sich mit einer Flamme ein bis zwei Zentimeter an einen mit Jeansstoff und Polyester umwickelten und mit Benzin übergossenen Stein nähern müssen, bis die Stoffe Feuer fingen.

Urteil für Ende Februar erwartet

In dem Prozess war eine Unfalltheorie zur Sprache gekommen, nach der die Angeklagten die junge Frau mit Benzin übergossen hätten und dann mit einem Feuerzeug lediglich erschrecken wollten. Cox gilt als erfahrene Sachverständige. Sie hatte mit einem Gutachten einst dafür gesorgt, dass die unschuldig wegen Vatermordes verurteilte Monika de M. in einem neuaufgerollten Verfahren 2008 freigesprochen wurde.

Derzeit müssen sich Eren T. und Daniel?M. wegen Mordes an Maria P. vor Gericht verantworten. Sie sollen die Frau am 22. Januar 2015 in einen Wald in Adlershof gelockt, niedergestochen, mit Benzin übergossen und bei lebendigem Leib verbrannt haben. Motiv soll das noch ungeborene Kind gewesen sein, dessen Vater Eren T. war.

Im Prozess gegen die 20-jährigen Männer sollen am nächsten Verhandlungstag die psychiatrischen Sachverständigen die Schuldfähigkeit der Angeklagten beurteilen. Am 19. Februar könnte bereits das Urteil fallen.


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