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Pegida-Proteste in Berlin: Polizei stellt sich bei Bärgida-Demo am Montag auf Großeinsatz ein

Einen Pegida-Ableger soll es jetzt auch in Berlin geben.

Einen Pegida-Ableger soll es jetzt auch in Berlin geben.

Berlins Polizei stellt sich auf einen Großeinsatz an diesem Montag ein. Der „Patrioten e.V.“ will in Berlin einen Pegida-Ableger gründen. Dessen Anhänger wollen am Abend unter dem Label „Bärgida“ durch Berlins Innenstadt ziehen.

Unter dem bei der Polizei angemeldeten Motto „Berliner Patrioten gegen die Islamisierung des Abendlandes“, soll die Demo ab 18.30 Uhr hinter dem Roten Rathaus in der Klosterstraße beginnen. Die angemeldete Route führt über die Stralauer Straße, den Molkenmarkt, die Spandauer, die Karl-Liebknecht-Straße, Unter den Linden entlang zum Pariser Platz am Brandenburger Tor. Der Veranstalter rechnet mit mehreren Hundert Teilnehmern. Organisator ist der 60-jährige Karl S. aus Reinickendorf. Er saß vor einigen Jahren für die CDU in der Pankower Bezirksverordnetenversammlung und war nach seinem Parteiaustritt in mehreren rechten Gruppen aktiv. Bereits kurz vor Weihnachten hatte er versucht, eine Pegida-Demonstration am Brandenburger Tor zu organisieren, was jedoch mangels Beteiligung scheiterte.

Dieses Mal dürfte es anders sein. Bis zum Sonntagnachmittag hatten auf der Facebook-Seite von Bärgida mehr als 500 Personen ihr Kommen zugesagt. 2.360 Mal wurde die Seite mit „Gefällt mir“ markiert. Zustrom erhält die Demo wohl auch aus einem anderen Grund: In Marzahn wird es keine Montagsdemo gegen das geplante Containerdorf für Flüchtlinge geben.

Türkische Gemeinde will mit Zehntausenden protestieren

Gegen die Demonstration formiert sich Protest: Der heftigste kommt möglicherweise von der Türkischen Gemeinde. Sie hat am Brandenburger Tor und auf der Straße des 17. Juni ab 18 Uhr eine Gegenkundgebung mit 10.000 Teilnehmern angemeldet. Die Polizei hält diese Zahl für realistisch.

Das „Bündnis gegen Rassismus“ organisiert ebenfalls Gegenprotest. Unter dem Motto „Gegen Rassismus, Nationalismus und Ausgrenzung“ soll es ab 16 Uhr eine Demonstration geben, zu der die Veranstalter laut Polizei 500 Teilnehmer erwarten.Die Protestierer haben eine ähnliche Demoroute wie Bärgida angemeldet: Sie führt ebenfalls unter anderem über die Stralauer Straße, den Molkenmarkt, die Spandauer, die Karl-Liebknecht-Straße Unter den Linden zum Pariser Platz. Die Polizei schließt Routenänderungen nicht aus, um Zusammenstöße der beiden Lager zu vermeiden. Angesichts der starken Mobilisierung innerhalb der linksradikalen Szene rechnet die Polizei mit Ausschreitungen.
„Wir sind gut aufgestellt und werden ein unmittelbares Aufeinandertreffen der Versammlungsteilnehmer verhindern“, sagte ein Polizeisprecher am Sonntag.

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