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Vorgehen gegen Drogendelikte: Polizei löst Soko gegen Dealer im Görlitzer Park auf

Polizeikontrolle im Görlitzer Park.

Polizeikontrolle im Görlitzer Park.

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dpa

Kreuzbergs Polizisten kapitulieren vor den Drogendealern im Görlitzer Park. Die für Kreuzberg zuständige Polizeidirektion hat nach Informationen der Berliner Zeitung vor einigen Tagen die gemeinsame Ermittlungsgruppe „Görli“ aufgelöst.

Die Gruppe aus Beamten des Abschnitts 53 und der Kripo war im Mai gegründet worden, um die Kriminalität im Park und Umgebung wie dem Görlitzer Bahnhof zu bekämpfen. Der Anlass für die Gründung war die Erkenntnis, dass die Dealer auch Raube, Körperverletzungen, Diebstähle und Betrügereien begehen. Seitdem klärten die Fahnder 256 solcher Taten auf, ermittelten 107 Tatverdächtige und erwirkten neun Haftbefehle.

Wenig Unterstützung bei den Ermittlungen

Ermittler beklagen sich jedoch intern darüber, dass die Gruppe nur wenig Unterstützung bekam – weder aus dem Polizeipräsidium noch aus dem Landeskriminalamt. So hätten sich Drogenfahnder aus dem LKA nicht an der Fahndung beteiligt. Gefehlt hätten auch Operativ- und Einsatzeinheiten, um die Dealer zu observieren bzw. dauerhaft aus der Gegend fernzuhalten.

Die Beamten bemängeln, dass die Ermittlungsgruppe mit sieben Beamten zu klein war. Der Ansatz zur Befriedung dieses kriminalitätsbelasteten Raumes und zur Rückgewinnung speziell des Görlitzer Parks war der richtige, heißt es in dem Fazit, das der zuständige Kriminaldirektor zieht. Er könne aber „nur unter Beachtung der festgestellten Defizite“ und einer damit verbundenen breitaufgestellten Gesamtkonzeption zu einem Erfolg führen.

Görlitzer Park weiterhin im Fokus

Polizeichef Klaus Kandt wurde von der Auflösung überrascht. „Das hätte er gern gewusst“, sagt Polizeisprecher Stefan Redlich. Er versichert, die Ermittlungsarbeit und die Razzien liefen weiter. Die unterschiedlichen Delikte würden wieder getrennt in den zuständigen Kommissariaten und nicht in einer Hand bearbeitet. Laut Redlich hat die Polizei die Zahl der Einsätze im Bereich des Görlitzer Parks erhöht: 831 Ermittlungsverfahren wurden eingeleitet, darunter 421 wegen Drogendelikten.

Im vergangenen Jahr waren es nur 672 Verfahren, wovon 365 Drogen betrafen. „Die Polizeiführung und ich sind uns einig, dass der hohe Ermittlungsdruck auf die Dealer aufrechterhalten werden muss“, sagte Innensenator Frank Henkel (CDU) dieser Zeitung. Der Görlitzer Park bleibe Schwerpunkt polizeilicher Arbeit.


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