E_Paper_BZ
Nachrichten aus Berlin und der ganzen Welt

Zehn Fakten zur organisierten Kriminalität in Berlin

Neuer Inhalt

Ein Entschärfer der Polizei sucht in dem VW Passat nach weiteren Sprengsätzen.

Foto:

dpa/Paul Zinken

Geldwäsche, Menschenhandel, Korruption

Geldwäsche, Menschenhandel, Korruption – organisierte Kriminalität (OK) ist nach der Definition von Polizei und Justiz „von Gewinn- oder Machtstreben bestimmt“. Dabei müssen mehr als zwei Beteiligte planmäßig und auf Dauer arbeitsteilig vorgehen, ihre Straftaten müssen von erheblicher Bedeutung sein.

Strukturen

Hinzu kommen häufig geschäftsähnliche oder gewerbliche Strukturen, Gewalt oder „andere zur Einschüchterung geeignete Mittel“ sowie die Einflussnahme auf Politik, Medien, Verwaltung, Justiz oder Wirtschaft.

Täter

Die Täter kommen aus aller Welt. Häufig sind es international organisierte und arbeitsteilig vorgehende Banden. Bekannte Beispiele sind Mafia-Organisationen wie die sizilianische Cosa Nostra, die chinesischen Triaden, die japanischen Yakuza-Gruppen oder die auch in Berlin agierenden Rockerbanden wie Hells Angels oder Bandidos.

Schmuggel

Hauptfelder der organisierten Kriminalität sind Rauschgifthandel und -schmuggel, Rotlichtkriminalität, Eigentums- und Wirtschaftsstraftaten sowie Steuer- und Zolldelikte. Einen zunehmenden Anteil an der organisierten Kriminalität machen der Menschenschmuggel und die Schleuserkriminalität aus. Laut Bundeslagebild des BKA betrafen 2014 mit 188 Fällen rund ein Drittel der OK-Verfahren in Deutschland den Rauschgifthandel. In knapp 20 Prozent der OK-Fälle ging es um Eigentumskriminalität.

Rockerclubs

Laut Ermittlern sind unter anderem kriminelle Rockerclubs in Drogengeschäfte und Schutzgelderpressungen sowie Menschenhandel verstrickt. In den vergangenen Jahren gab es in dem Milieu mehrfach bewaffnete Auseinandersetzungen.

Augenzeuge berichtet von der Explosion
Am Dienstagmorgen explodierte in Charlottenburg ein Fahrzeug. Der Fahrer starb. Schüler Yunus K. (18) war vor Ort und berichtet vom Geschehen.

Prozess gegen Hells Angels

In Berlin stehen derzeit elf Angeklagte wegen gemeinschaftlichen Mordes vor dem Berliner Landgericht. Zehn der Angeklagten sind Mitglieder der Hells Angels, darunter der Chef des Rockerclubs.

Dieser soll den Mord an einem Rivalen in einem Wettbüro in Wedding in Auftrag gegeben haben. Die Angeklagten stehen seit weit über einem Jahr vor Gericht.

Der Prozess ist geprägt von Zeugen mit Gedächtnislücken. Das Hochsicherheitsverfahren wird noch mindestens bis November laufen.

Rauschgiftkriminalität in Berlin

Mesut T., der durch die Autobombe starb, ist unter anderem wegen Rauschgiftdelikten polizeibekannt. Die Zahl der registrierten Rauschgiftdelikte in Berlin steigt kontinuierlich an und erreichte laut Polizeilicher Kriminalitätsstatistik im vergangenen Jahr den Höchststand sei zehn Jahren.

Rauschgifthandel

Beim Handel und Schmuggel von Drogen wurden im vergangenen Jahr 3153 Fälle registriert. Das waren 847 Fälle oder fast 37 Prozent mehr als im Jahr 2014.

Aufklärungsquote

Die Aufklärungsquote sank von 87,8 Prozent im Jahr 2014 auf 87,3 Prozent im vergangenen Jahr. Am höchsten war die Aufklärungsquote im Zehnjahresvergleich im Jahr 2006 – sie lag bei fast 93 Prozent.

Bombenattentate

Autos waren bisher noch nicht Ziel von Bombenattentaten in Berlin. Jedoch wurden Sprengsätze aus politischen Gründen bereits mehrfach gezündet. Am 5. April 1986 detonierte in der Discothek „La Belle“ in Friedenau ein Sprengsatz. Zwei US-Soldaten und eine 28-jährige Türkin starben. Am 25. August 1983 explodierte eine Bombe im französischen Kulturzentrum Maison de France, bei dem ein Mensch starb. 23 Personen wurden verletzt.