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Zwei mutmaßliche Einbrecher einer Bande gefasst: Missglückter Bank-Überfall in Wedding

Der Tatort: Die Schulzendorfer/Ecke Müllerstraße in Wedding.

Der Tatort: Die Schulzendorfer/Ecke Müllerstraße in Wedding.

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Björn Kietzmann

Vier Männer waren am Donnerstag gegen 21 Uhr in die Sparkassenfiliale in der Schulzendorfer Straße eingebrochen. Was sie nicht wussten: Beim Zerschlagen der Scheiben wurde ein stiller Alarm ausgelöst. Polizisten des mobilen Einsatzkommandos sowie Funkwagen, die zufällig in der Nähe waren, rasten zur Filiale und erwischten zwei von vermutlich vier maskierten Tätern.

Sie hatten die Bank bereits verlassen und flüchteten. Zivilfahnder nahmen einen 27 Jahre alten Mann sowie dessen zwei Jahre älteren Komplizen fest. Die Polizisten stellten drei Rucksäcke sicher. Die Täter waren in den Tresorraum der Sparkasse eingedrungen und hatten mehrere Schließfächer aufgebrochen. Die Höhe des Schadens ist noch unklar.

Während der Verfolgung der Täter schoss ein Polizist einmal in die Luft. Das Auto der Täter, ein Audi Avant, wurde sichergestellt. An dem Wagen waren gestohlene Kennzeichen montiert. Die Polizei geht davon aus, dass die beiden festgenommenen Männer auch für weitere Bankeinbrüche verantwortlich sind. So wurde in der Neujahrsnacht bereits in die Filiale in der Schulzendorfer Straße eingebrochen. Auch in diesem Fall sollen die Täter Geld erbeutet haben. In der selben Nacht stiegen die Räuber in eine Bankfiliale in der Badstraße ein. Dort erbeuteten sie kein Geld.

Rechtsanwalt Michael Plassmann, der Opfer von Bankraubüberfällen vertritt, äußerte sich am Freitag zu der Überfallserie. Dabei kritisierte er den Umgang einiger Geldinstitute mit der Vermögensverwahrungspflicht gegenüber den Kunden. „Man kann den Eindruck gewinnen, dass einzelne Banken ihre Vermögensverwahrungspflicht gegenüber ihren Kunden auf die leichte Schulter nehmen." Plassmann, selbst gelernter Banker, sieht die Banken in der Pflicht, „Kunden endlich wieder wie Kunden zu behandeln“. „Wenn man weiß, welche klaren Anforderungen die Sicherungsrichtlinien für Banken und Sparkassen an Tresore stellen, versteht man nicht, warum diese scheinbar nur halbherzig beachtet werden“, so der Anwalt.

Constanze Stempel, Pressesprecherin der Sparkasse, wies am Freitag die Vorwürfe zurück. Das Sicherheitssystem in der Filiale habe funktioniert. Das sei der Grund dafür, dass nur ein Bruchteil der Schließfächer beschädigt worden sei. „Wir sind mit möglichen Geschädigten bereits im Gespräch“, so Sprecherin Stempel. Man habe bereits Konsequenzen gezogen. Näheres sagte sie aus Sicherheitsgründen nicht.

Während die Polizei bei den Bankeinbrüchen nun von einer Bande ausgeht, sieht sie bislang keinen Zusammenhang mit den Tätern, die Geldautomaten von der Wand reißen und mitnehmen sowie Cliquen, die die Automaten sprengen.


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