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Berliner Zeitung | Polizeieinsatz: Wieder Ärger in der Rigaer Straße
21. February 2016
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Polizeieinsatz: Wieder Ärger in der Rigaer Straße

Polizisten nähern sich dem Lokal. Dabei werden sie mit Steinen beworfen.

Polizisten nähern sich dem Lokal. Dabei werden sie mit Steinen beworfen.

Foto:

Abix

Brennende Mülltonnen, Steine auf Polizisten, festgenommene Randalierer und stundenlange Absperrungen. Es hat schon wieder Ärger in der Rigaer Straße in Friedrichshain gegeben. Anwohner sind frustriert und verlangen, dass die Polizei für dauerhafte Ruhe sorgt. „Wenn es so weiter geht, beantrage ich den kleinen Waffenschein“, sagt ein 40 Jahre alter Anwohner am Sonntag.

Die Auseinandersetzung begann kurz nach Mitternacht im Szenelokal Abstand. Nach bisherigen Ermittlungen geriet ein Gast mit anderen Lokalbesuchern in Streit. Der Typ habe provoziert, sei auf Gäste losgegangen und habe sie beschimpft, sagte ein Besucher am Sonntag, der sich nach eigenen Angaben in der Kneipe aufgehalten hatte. Die Provokationen ließen sich die anderen Gäste nicht gefallen. Sie schlugen ihn und traten ihn zu Boden. Danach besprühten sie den Mann mit Reizgas und drängten ihn aus dem Lokal. Sicherheitshalber verschlossen die Betreiber die Tür des Lokals und ließen die Rollläden herunter. Der Mann alarmierte zunächst die Polizei. Später traf auch ein Notarzt in der Rigaer Straße ein. Der Mediziner ließ den Verletzten zur Beobachtung in ein Krankenhaus bringen. Er schloss einen Bruch des Schädels nicht aus. Doch zu umfassenden Untersuchungen kam es nicht, weil der Patient das Krankenhaus auf eigene Verantwortung verließ.

Bei ihren Ermittlungen fand die Polizei noch in der Nacht heraus, dass der Verletzte bereits eine Akte im Rechner der Sicherheitsbehörden hat. Demnach war er bereits als rechter Straftäter aufgefallen. Vor allem wegen Beleidigungen und Körperverletzungen. Es sei merkwürdig, dass sich ein Rechter am Samstag gegen Mitternacht allein in ein Lokal der linken Szene an der Rigaer Straße begibt, die als gefährlicher Ort klassifiziert ist und dort provoziert, sagen Ermittler. „Entweder der Mann ist des Lebens müde oder er wollte oder sollte eine Mutprobe bestehen, hieß es. Oder er ist wahnsinnig“, so ein Beamter einer Einsatzhundertschaft, die zur selben Zeit das Lokal stürmen wollte. Das gelang nicht so wie erwartet, so dass die Feuerwehr um Hilfe gebeten werden musste, um in das Lokal zu gelangen. Als die Beamten durch ein Schaufenster ins Lokal einstiegen, wurden sie von Gästen mit Löschschaum angegriffen. Nach zehn Minuten hatte sich die Lage beruhigt. Als die Polizisten wieder abrückten, versuchten mehrere Randalierer Absperrungen zu durchbrechen. Das ist ihnen nicht gelungen. Die Feuerwehr löschte brennende Müllbehälter auf der Straße. Gegen fünf Uhr war wieder Ruhe.


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