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Protest gegen Pegida: Polizei zu Krawallen in Potsdam: „Neue Dimension von Gewalt“

Polizisten sind am 11.01.2015 bei einer Pegida-Demo in Potsdam (Brandenburg) im Einsatz.

Polizisten sind am 11.01.2015 bei einer Pegida-Demo in Potsdam (Brandenburg) im Einsatz.

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dpa

Die Landeshauptstadt habe an dem Abend eine „neue Dimension von Gewalt“ erlebt, sagte eine Polizeisprecherin am Dienstag. „Es gab Familien, die mit Kinderwagen kamen und plötzlich Hass entwickelten gegenüber den Versammlungsteilnehmern.“ Die Polizei sprach von regelrechter Agitation bei einem ursprünglich friedlichen Konzert von Demo-Gegnern. „Es kam zu einer Aufstachelung. Irgendwann hat der Erste Steine geworfen und andere haben dann mitgemacht.“

Der Potsdamer Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) verurteilte die gewaltsamen Ausschreitungen. „Es gibt in Potsdam eine Tradition des friedlichen Widerstandes. Das haben wir in der Vergangenheit bei allen Kundgebungen immer wieder unter Beweis gestellt. Leider ist es diesmal teilweise nicht so gewesen.“ Jakobs hob zugleich hervor, dass „rechtes Gedankengut in Potsdam keinen Platz hat“. Er bedankte sich für die friedlichen Protestaktionen gegen den Pegida-Aufmarsch.

Der Potsdamer Pegida-Ableger hatte zum „Abendspaziergang“ eingeladen. Dagegen hatten mehrere hundert Menschen in der Potsdamer Innenstadt friedlich protestiert. Später hatte es dann Ausschreitungen gegeben, als Pegida-Sympathisanten von Polizei zum Bahnhof geleitet wurden. Die Polizei ordnet die Gruppe der Angreifer dem linken Spektrum zu.

Gegendemonstranten warfen Flaschen, Steine, große Böller und Schneebälle mit Steinen im Inneren. Beamte setzten Pfefferspray ein, zwei zusätzliche Einsatzhundertschaften wurden nach Potsdam beordert. Nach ersten Erkenntnissen wurden sieben Beamte verletzt. Die Polizei ermittelt in sieben Anzeigen wegen Körperverletzung, Sachbeschädigung und schweren Landfriedensbruchs.

Pegida plant für Mittwoch nächster Woche erneut eine Kundgebung in Potsdam. Der Parlamentarische Geschäftsführer der Links-Fraktion im Brandenburger Landtag, Thomas Domres, sagte zu den Ausschreitungen: „Gewalt ist kein Mittel der politischen Auseinandersetzung.“ Er hoffe, dass künftig auf Stein- und Flaschenwürfe auf Polizisten verzichtet werde. (dpa)