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Berliner Zeitung | Räumung nigerianische Botschaft: Flüchtlinge werfen Polizei Gewalt vor
09. November 2012
http://www.berliner-zeitung.de/5821254
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Räumung nigerianische Botschaft: Flüchtlinge werfen Polizei Gewalt vor

Die protestierenden Flüchtlinge kritisierten das Vorgehen der Einsatzkräfte bei der Räumung der nigerianischen Botschaft am 15. Oktober.

Die protestierenden Flüchtlinge kritisierten das Vorgehen der Einsatzkräfte bei der Räumung der nigerianischen Botschaft am 15. Oktober.

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dpa

Berlin -

Protestierende Flüchtlinge haben Polizisten Misshandlungen vorgeworfen. Sie kritisierten das Vorgehen der Einsatzkräfte bei der Räumung der nigerianischen Botschaft am 15. Oktober. „Ich wurde geschlagen und getreten“, sagte Patras Bwansi aus Uganda. Er war vor drei Wochen bei der Besetzung der nigerianischen Botschaft dabei. „Die deutsche Polizei hat mich genauso behandelt wie die iranische“, kritisierte der Flüchtling aus dem Iran, Hatef Soltani, im Protestcamp am Oranienplatz.

Polizei äußert sich nicht

Die Polizei äußerte sich am Freitag zunächst nicht zu den Vorwürfen. Nach der Räumung der nigerianischen Botschaft waren drei Anzeigen gegen Polizeibeamte wegen unverhältnismäßiger Härte erstattet worden. Die Flüchtlingsvertreter forderten erneut die Abschaffung der Residenzpflicht – bisher dürfen sie sich in Deutschland nicht frei bewegen. Außerdem lehnen sie Gemeinschaftsunterkünfte ab und protestieren gegen Abschiebungen.

Der Nigerianer Rex Osa von der Flüchtlingsorganisation „The Voice“ kritisierte sein Heimatland für die Zusammenarbeit mit den deutschen Behörden bei Abschiebungen. „Flüchtlinge werden in Deutschland kriminalisiert“, beklagte er. Osa und andere Flüchtlinge bezeichneten die deutsche Polizei mehrfach als „rassistisch“.

Auch vor dem Brandenburger Tor protestieren Flüchtlinge für bessere Bedingungen für Asylbewerber. Sie hatten ebenfalls das Vorgehen der Polizei kritisiert, die ihnen unter anderem Schlafsäcke wegnahm. Die Integrationsbeauftragte des Bundes, Maria Böhmer (CDU), sicherte ihnen ein Gespräch mit Bundestagsabgeordneten zu. (dpa)