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Rangierbahnhof Pankow: Krieger will 1000 Arbeitsplätze in Pankow schaffen

Der Rangierbahnhof in Pankow.

Der Rangierbahnhof in Pankow.

Berlin -

Das war am Montag einer dieser alljährlichen Termine, die der Berliner Möbelhändler Kurt Krieger regelmäßig veranstaltet, um den Politikern in Berlin von den Fortschritten bei der Planung für das brachliegende Gelände des früheren Güterbahnhofs in Pankow zu berichten. Seit fünf Jahren plant der Multimillionär und Eigentümer von Möbel Höffner mit dem Bezirk Pankow und dem Senat, was auf dem 250.000 Quadratmeter großen Gelände gebaut werden darf und was nicht. „Von der Ursprungsplanung ist nicht viel übrig geblieben“, sagte Krieger am Montag.

Bei einer Rundfahrt über das zwei Kilometer lange Gelände zwischen den S-Bahnhöfen Pankow und Heinersdorf berichtete Krieger der angereisten SPD-Delegation aus dem Abgeordnetenhaus und dem Senat dann doch ein paar Neuigkeiten, bzw. bestätigte er schon vor Monaten getroffene Entscheidungen für das Areal – was angesichts von 19 Mal geänderten Bauplänen auch ein Erfolg ist.

Zusicherung gegen Zusicherung

Bildungssenatorin Sandra Scheeres freute sich, dass Krieger dem Land Berlin zwei Grundstücke schenken wird, auf denen dringend benötigte Schulen gebaut werden können. Eine Grundschule mit 400 Plätzen soll am U-und S-Bahnhof Pankow entstehen, eine weiterführende Schule mit 1200 Plätzen am S-Bahnhof Heinersdorf.

Für SPD-Fraktionschef Raed Saleh war es eine gute Nachricht, dass Krieger am Montag erneut zusicherte, von den 750 geplanten Wohnungen auf dem Gelände etwa 250 zum günstigen Preis von 5,50 Euro pro Quadratmeter zu vermieten. Diese Zusage hatte er schon dem Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit und Stadtentwicklungssenator Michael Müller (beide SPD) Ende 2013 gegeben.

Doch für Krieger, den 66-jährigen Unternehmer, der in Pankow aufwuchs, gehört jede Wiederholung solcher Zusagen an die Politik zum täglichen Geschäft. „Ich will endlich mit der Planung vorankommen“, sagt er. 350 Millionen Euro will Krieger in Pankow investieren, 1000 Arbeitsplätze sollen entstehen, versicherte er am Montag.

Denn geplant sind neben einem Möbelhaus auf 40.000 Quadratmetern Fläche und einem Gewerbezentrum auch ein Einkaufscenter, das mit 32.000 Quadratmetern Verkaufsfläche fast so groß sein könnte wie die Potsdamer Platz Arkaden. Ob Krieger dieses Einkaufscenter bauen darf, darüber wird zurzeit heftig gestritten.

In der Zwischenzeit hat Krieger entschieden, den verfallenen Lokschuppen am S-Bahnhof Heinersdorf, auch dieses Areal gehört ihm, komplett abzutragen und auf der anderen Seite aufzubauen. Eine Multifunktionshalle soll so entstehen, sagt Krieger, ein überdachter Marktplatz mit vielen Verkaufsständen.

Lukratives Bauland

Zehn Jahre hat der Unternehmer für die Bauplanung vorgesehen, fünf Jahre sind vergangen. „Den Hut hat jetzt der Bezirk Pankow auf.“ Und auch der Senat entscheidet mit. Krieger weiß, dass er für seine großen Pläne das Wohlwollen der Berliner Politiker braucht, damit aus der billigen Brache lukratives Bauland wird.

Krieger sagt, er habe schon viele Zugeständnisse an die Politik gemacht. Die SPD weiß, dass sie in Pankow nun zwei Schulen bauen kann und im Rahmen ihres sozialen Wohnungsbauprogramms 250 preiswerte Wohnungen bekommt. „Es wird Zeit, dass wir in Pankow endlich vorankommen“, sagt der SPD-Abgeordnete Torsten Schneider aus Pankow.