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Reform des Unterrichtsstoffs: Berlin erhält ab 2016 neue Lehrpläne

Die neuen Lehrpläne gelten von der 1. bis zur 10. Klasse der Berliner Schulen.

Die neuen Lehrpläne gelten von der 1. bis zur 10. Klasse der Berliner Schulen.

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imago/Michael Weber

Berlin -

Die Bildungsverwaltung hat neue Rahmenlehrpläne für 28 Schulfächer erarbeiten lassen. In einer Präsentation des Landesinstituts für Schule und Medien, die der Berliner Zeitung vorliegt, werden die geplanten Veränderungen deutlich. Generelles Ziel ist es demnach, die Lehrpläne zu entschlacken und zu modernisieren, dabei sollen weniger, aber verbindliche Inhalte Pflichtstoff sein. Die Lehrpläne gelten von der 1. bis zur 10. Klasse.

Im Schulfach Geschichte sind die Veränderungen besonders deutlich. Nach dem Vorbild des Faches Naturwissenschaft soll es in der 5. und 6. Klasse fortan das Fach Gesellschaftswissenschaften geben, das Geschichte, Geografie und Politische Bildung zusammenführt. „Relevante Themen können so im Unterricht in ihrer Komplexität behandelt werden“, heißt es in der Bildungsverwaltung.

Ab der 7. Klasse wird es dann wieder ein Schulfach Geschichte geben. Dort sollen Lehrer in der 7. und 8. Klasse aber nicht mehr rein chronologisch vorgehen, vielmehr soll in „Längsschnitten“ gearbeitet werden. Dabei wird es Pflichtthemen geben wie Migration, Geschlechterrollen und Erziehung, aber auch Wahlthemen.

Inklusion spielt eine wichtige Rolle

Für diese besonderen Schwerpunktthemen soll es fünf verschiedene Zeitebenen geben, von denen mindestens drei behandelt werden müssen. Erst ab der 9. Klasse ist wieder ein chronologischer Abriss ab Ende des 19. Jahrhunderts geplant. Das wird von Lehrern kritisiert. Robert Rauh, Gewinner des Deutschen Lehrerpreises 2013, sagt: „Längsschnitte stellen den Bezug zur Gegenwart her“, allerdings würden die Themen dann nur isoliert ohne den gesamtgesellschaftlichen Zusammenhang betrachtet. „Wie lässt sich etwa die Geschichte der Frauen im Mittelalter ohne Kenntnis der mittelalterlichen Gesellschaftsordnung angemessen beurteilen?“, fragt Rauh.

Generell gibt es künftig ein Basiscurriculum für Sprach- und Medienbildung, Inklusion spielt eine übergeordnete Rolle, Gewaltprävention und Demokratieerziehung sollen fächerübergreifend erfolgen. Das Fach „Darstellendes Spiel“ wird in „Theater“ umbenannt. Die konkreten Pläne werden nun ab November diskutiert und werden erst ab Schuljahr 2016/17 umgesetzt.