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Reisen: Besser mit der Bahn

Gegen die Flugrouten wurde auch am Wochenende wieder demonstriert.

Gegen die Flugrouten wurde auch am Wochenende wieder demonstriert.

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dpa

Berlin -

Danach gab es im Jahr 2010 genau 66.851 Inlandsflüge in Berlin-Tegel - Starts und Landungen zusammengerechnet. Davon fanden 49.282 von oder zu Orten statt, die mit der Bahn in höchstens sechs Stunden erreichbar wären. Das entspricht einem Anteil von rund 73,7 Prozent. In Schönefeld galt dies für 6.592 der 16.510 Inlandsflüge. Dort betrug der Anteil 39,9 Prozent. Die Zahlen stammen aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Große Anfrage der Linken im Bundestag.

Die Bundesregierung teilte außerdem mit, dass der Energieverbrauch für jeden Kilometer, den ein Passagier zurücklegt, bei Kurz- und Mittelstreckenflügen 4,4 Mal so hoch ist wie bei einer Bahnfahrt.

Zu den Flugrouten des neuen Flughafens stellte die Bundesregierung fest, dass im Vergleich zur Planung von 2010 „Verbesserungen für verschiedene potenziell von Fluglärm betroffene Gebiete“ erreicht worden seien. Die sei auch auf das Engagement von Bürgern zurückzuführen. Der Bund bekennt sich zum Vertrauensschutz und den Umweltgesetzen. An der Müggelsee-Route hat er aber nichts auszusetzen. Ziel sei es, die Gemeinde Erkner, die bereits von Anflügen betroffen sei, von Starts zu verschonen.

Trotzdem habe das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung Alternativen zu dem umstrittenen Flugverfahren für möglich gehalten, so die Friedrichshagener Bürgerinitiative (FBI). Dazu zählte auch eine Strecke über den Gosener Wiesen. Doch das Potsdamer Infrastrukturministerium habe die Vorschläge nicht aufgenommen. „Behördliches Entscheidungswirrwarr führte zur Müggelsee-Route“, kritisierte Harald Moritz (Grüne). Für den heutigen Montag, 19 Uhr, ruft die FBI wieder zu einer Demo auf dem Friedrichshagener Marktplatz auf.