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Rihannas Hit-Lieferantin aus Kreuzberg

Bibi Bourelly in Berlin: Für Rihanna schrieb sie den Hit „Bitch Better Have My Money“.

Bibi Bourelly in Berlin: Für Rihanna schrieb sie den Hit „Bitch Better Have My Money“.

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BMG

Sie ist der Albtraum aller Prediger guter Schulnoten, das Gegenargument lernunwilliger Teenager und letztlich der ebenso schillernde wie glücksvolle Erfolgsbeleg für Vertrauen auf die eigenen Talente: Bibi Bourelli, 21, Abi-Abbrecherin aus Kreuzberg und angesagte Songschreiberin in Los Angeles, die bei alldem auch noch eine liebe Tochter ist.

Als sich der US-Megastar Rihanna im letzten Winter mit der jungen Frau verabreden wollte, um an neuen Songs zu arbeiten, sagte die inzwischen in Kalifornien lebende Berlinerin gern zu. Allerdings stellte sie zugleich klar, dass sich Rihanna dann aber nach Berlin aufmachen müsse, weil sie die Vorweihnachtszeit zu Hause bei ihrer Familie verbringe, was ihr sehr wichtig sei. Wenig später reiste die Königin des Pop für drei Tage zu Bibi an die Spree.

Dort kommt Badrilla Bourelly im Sommer 1994 zur Welt. Musik ist in ihrer Kindheit allgegenwärtig. Ihr Vater ist der renommierte Jazz-Gitarrist Jean-Paul Bourelly. Bibi entdeckt bald den Gesang für sich, und ihr Vater unterstützt sie, schickt seine Tochter zu einer Gesangslehrerin.

„Ich war grottenschlecht in der Schule“

Mit der Schule, dem Nelson-Mandela-Gymnasium in Wilmersdorf, läuft es derweil nicht so gut. „Ich war grottenschlecht in der Schule“, verriet sie im Zeit-Magazin. Die Aussichten sind seinerzeit nicht die besten. Sie hat 180 Fehlstunden auf dem Zeugnis und eine Hauptschulempfehlung. Nach der zehnten Klasse geht sie von der Schule und dann erst einmal zu ihrer Tante in die USA.

Dort macht die junge Frau einen Neustart, belegt Nachhilfekurse und schafft schließlich den Highschool-Abschluss. Als sie dann vor der Wahl steht zwischen Uni und Musik, entscheidet sich Bibi Bourelly aber doch für ihre Leidenschaft. Sie singt und schreibt Songs. Über Facebook wird der Produzent Paperboy Fabe aus Los Angeles auf ihre Musik aufmerksam. Er nimmt Kontakt auf, sie chatten. Dann lädt er sie ins Studio ein, wo im vergangenen Frühjahr schließlich ein Song entsteht, der in der kalifornischen Pop-Community zunächst Kanye West und nach dessen Empfehlung auch Rihanna verzückt.

„Bitch Better Have My Money“ wird für die Pop-Queen ein Hit, und Bourelly schreibt auch für Rihannas neuestes Album „Anti“ zwei Songs. Wie kann es da weitergehen für eine 21-Jährige, die die Branche für seltsam hält, weil bei Songs, die sich gut verkaufen, jeder versucht mit abzukassieren? „Ich mache einfach erst mal weiter mein Ding“, sagte sie in einem Interview. Klingt auch nicht schlecht.