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Runder Tisch zur Flüchtlingsproblematik: „Das ist kein Kreuzberger Problem“

Gesundes für den Dialog: Der Runde Tisch tagt.

Gesundes für den Dialog: Der Runde Tisch tagt.

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dpa

Der Runde Tisch, der sich um humanitäre Hilfe für die Flüchtlinge vom Oranien- und vom Pariser Platz bemüht, ruft Berliner Unternehmen und die Industrie- und Handelskammer (IHK) auf, unentgeltliche Praktikumsplätze bereitzustellen. Die meisten der gut 130 Flüchtlinge seien junge Männer zwischen 21 und 30 Jahren, sagte Caritas-Chefin Ulrike Kostka nach dem ersten Treffen des von ihr initiierten Runden Tisches am Donnerstag. „Die brennen darauf, etwas zu lernen. Viele von ihnen sind Jahre unterwegs und brauchen dringend eine Perspektive.“ Wer Praktika bereitstellen will, kann sich bei der Caritas und der Diakonie melden.

Arbeitsgruppe für den Dialog mit dem Senat

Über 30 Vertreter von kirchlichen und nicht-kirchlichen Flüchtlingsorganisationen sowie die Bezirksbürgermeister von Mitte und Friedrichshain-Kreuzberg, Christian Hanke (SPD) und Monika Herrmann (Grüne), waren der Einladung der katholischen Caritas und des Diakonischen Werkes der evangelischen Kirche gefolgt.

Allein die drei Senatsverwaltungen für Inneres, für Soziales und für Integration hatten unter Verweis auf ihre Nichtzuständigkeit abgesagt. Unter den Arbeitsgruppen, die eingesetzt wurden, gibt es deswegen auch eine, die sich um den Dialog mit Senat und Bundesbehörden bemühen soll. Kostka betonte, dass es nicht um die Zukunft des Flüchtlingscamps am Oranienplatz gehe. Es gehe um die Einzelschicksale der Betroffenen und darum, wie ihnen zu helfen sei.

Als Problemfelder wurden die medizinische Versorgung, die Beschaffung von BVG-Tickets, die Weiterqualifizierung, die Wohnraumversorgung sowie die Klärung des Aufenthaltsstatus der Flüchtlinge benannt. Etwa 80 von ihnen, die bislang auf dem Oranienplatz campierten und über die italienische Insel Lampedusa nach Europa kamen, leben jetzt in einer Unterkunft der Kältehilfe auf dem Caritas-Gelände in Wedding.

Die Bürgermeister Hanke und Herrmann bedankten sich für die Initiative der Wohlfahrtsverbände. „Das ist kein Kreuzberger Problem“, betonte Herrmann. „In verschiedenen Bezirken gibt es Flüchtlinge, die nicht versorgt sind.“ Der Runde Tisch könne helfen, eine Struktur für konkrete, humanitäre Hilfe zu schaffen, sagte Hanke. Es gehe nicht um Parteipolitik.



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