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Schläge, Beschimpfungen, abgerissene Kreuze: Berliner Pfarrer beklagt Gewalt gegen Christen in Flüchtlingsheimen

Ein zerbrochenes Grabkreuz (Symbolbild).

Ein zerbrochenes Grabkreuz (Symbolbild).

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Imago

Wie ein Magnet zieht die Steglitzer Dreieinigkeitskirche an der Südendstraße Flüchtlinge an. Seit ein paar Jahren kommen in großen Schüben Flüchtlinge aus dem Iran und aus Afghanistan und wollen Gemeindemitglieder werden. Jede Woche werden dort Konvertiten getauft – Muslime, die jetzt Christen sein wollen. Die Berliner Zeitung hat darüber berichtet. Am Montag hat sich der dortige Pfarrer Gottfried Martens mit einem Appell an die Öffentlichkeit gewendet: Er beklagt religiös motivierte Gewalt von radikalen Muslimen gegenüber christlichen Flüchtlingen in Berliner und Brandenburger Flüchtlingsheimen.

Schläge ins Gesicht, abgerissene Taufkreuze, zerrissene Bibeln, Beschimpfungen als Kouffar (Ungläubiger), Verweigerung des Zutritts zur Küche als Unreiner. Immer wieder stelle sich der muslimische Wachschutz auf die Seite der Täter. Das seien Erfahrungen konvertierter Christen in deutschen Flüchtlingsheimen, sagt Martens. So hätten ihm Gemeindemitglieder in seiner Sprechstunde ihr Leid geklagt, zuletzt am vergangenen Sonntag.

Verbale Bedrohungen vor Flüchtlingsheimen

Auf der Facebook-Seite der Gemeinde bemängelt der Pfarrer, dass das Drangsalieren von konvertierten Christen kaum Empörung auslöse. Christliche Flüchtlinge erführen weder aus der Politik noch von Kirchenvertretern Rückendeckung. „Während die Empörung über die Ereignisse in Köln (mit Recht!) groß ist, können christliche Konvertiten nicht damit rechnen, dass sie angesichts ihrer Verfolgung in den Heimen in der Öffentlichkeit irgendwelche Unterstützung erfahren“, so Martens. Er weiß von Flüchtlingen zu berichten, die in einer Flüchtlingsunterkunft verbal bedroht werden. Auch mit dem Messer soll es zu Übergriffen gekommen sein.

Die Evangelisch-Lutherische Dreieinigkeits-Gemeinde in Steglitz ist in einer außergewöhnlichen Lage. Vor einigen Jahren waren vereinzelt Flüchtlinge in Gottesdiensten aufgetaucht. Mittlerweile sind von 750 Gemeindemitgliedern 500 ehemalige Muslime. Die Kirche gilt als Anlaufstelle sowohl für christliche Flüchtlinge als auch für die, die zum christlichen Glauben konvertieren wollen.