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Schmiergeldskandal: Lageso-Dolmetscher ließ sich bestechen

Warten auf Nummern für Termine, Warten auf Termine, Warten auf Sozialleistungen: Alltag am Lageso.

Warten auf Nummern für Termine, Warten auf Termine, Warten auf Sozialleistungen: Alltag am Lageso.

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REUTERS

Täglich warten hunderte Flüchtlinge vor Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) in der Moabiter Turmstraße. Sie kommen aus den Kriegsregionen dieser Erde und wollen sich täglich registrieren lassen oder brauchen Leistungen für Essen, Wohnen oder eine Bahnfahrt.

Wer einen Termin haben will, muss oft stundenlang warten und Geduld haben. Schon länger halten sich Gerüchte, dass andere mit dieser Notlage Geld verdienen.

Silvia Kostner, Pressesprecherin am Lageso in Moabit, hat dem Berliner Kurier nun bestätigt: Es gab den ersten Schmiergeldfall. Ein Sprachmittler, der bei Terminen als Dolmetscher hilft, hat Geld von Flüchtlingen genommen, um sie dann in der Warteschlange vorzulassen. Der Vorfall hat sich bereits im vergangenen Herbst ereignet. Laut Kostner wurde der Mann sofort von seinen Aufgaben freigestellt.

Am Lageso tut man weiterhin alles, um der Lage Herr zu werden. 70 neue Stellen wurden im Januar besetzt. Die Zelte sind beheizt, es gibt zu essen. Eine Helferin von „Moabit-Hilft“ schenkt Tee und Kakao aus. Eine eigene Krankenstation wurde inzwischen eingerichtet. „Wir verbessern uns täglich“, so Silvia Kostner. (BLZ)