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Schönefeld und BER: Fluglärm-Gegner ziehen wieder vor Gericht

Anlieger beschweren sich, dass sich die Flughafengesellschaft FBB unkooperativ und unkulant verhält.

Anlieger beschweren sich, dass sich die Flughafengesellschaft FBB unkooperativ und unkulant verhält.

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imago/Michael Schick

Schönefeld -

Die Flughafengesellschaft FBB muss sich auf weitere Klagen von Anwohnern des BER einstellen. „Die Vorbereitungen sind auf einem guten Weg“, sagte Peter Ohm, der Präsident des Verbandes Deutscher Grundstücksnutzer (VDGN). Thema ist der Schallschutz rund um den neuen Schönefelder Flughafen. Anlieger beschweren sich, dass sich die FBB unkooperativ und unkulant verhält.

Die am häufigsten geäußerten Kritikpunkte der Anlieger sollen sich in den Klageschriften widerspiegeln. So geht es unter anderem darum, dass die Flughafengesellschaft Wände und Decken innen dämmen lässt – und nicht an der Außenseite. Ein anderes Klagethema: Für Wohnräume und Wohnküchen, die kleiner als zehn Quadratmeter sind, bezahlt das Staatsunternehmen in der Regel keinen Schallschutz. Auch niedrigen Räumen und Wintergärten, die als Wohnflächen dienen, werde der Lärmschutz versagt, so der Verband.

Das Klageverfahren soll Rechtsanwältin Franziska Heß von der Leipziger Kanzlei Baumann führen, berichtete Ohm. Sie habe 2013 vor dem Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg bereits ein Verfahren gewonnen, in dem es um die Verletzung der Schallschutzziele ging. Die Kosten des neuen Verfahrens, die auf 50.000 Euro beziffert werden, sind jedoch erst zur Hälfte gedeckt. „Um sie zu schultern, suchen wir insgesamt 330 Betroffene, die sich mit je 150 Euro an der Finanzierung beteiligen“, sagte Ohm.

Am kommenden Montag wollen der VDGN und der Bürgerverein Brandenburg-Berlin informieren. Die Veranstaltung beginnt um 18.30 Uhr im Bohnsdorfer Paul-Gerhardt-Gemeindeheim, Reihersteg 36–38.

Ministerin will bessere Lösungen

Im Dialogforum BER wird seit Monaten über die Probleme gesprochen. Eine „Matrix“, die typische Streitpunkte behandelt, soll dafür sorgen, dass die FBB einheitlich und kulanter entscheidet. „Ziel ist es, für die betroffenen Bürger bessere Lösungen zu erreichen, Lösungen, die für viele gelten“, sagte Brandenburgs Infrastrukturministerin Kathrin Schneider der Berliner Zeitung.

Es gehe auch darum, das gegenseitige Verständnis zu verstärken und von Vorwürfen wegzukommen. Die Ministerin: „Wie der Flughafen künftig mit Streitthemen wie Raumhöhe oder Wohnküchen umgeht, ist nichts, was wir anordnen. Wir sind die Moderatoren. Das ist etwas, was abgesprochen wird – und dann tut der Flughafen das.“