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Schülerzahlen steigen: Berlin braucht 54 neue Grundschulen

Bald werden Schüler auch in Container-Bauten unterrichtet.

Bald werden Schüler auch in Container-Bauten unterrichtet.

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Berliner Zeitung/Benjamin Pritzkuleit

Entgegen dem deutschlandweiten Trend steigen die Schülerzahlen in Berlin stark an – darauf aber ist die Hauptstadt nicht vorbereitet. In einer neuen Prognose hat der Senat bisherige Berechnungen verworfen: Demnach wird es in Berlin im Schuljahr 2021/22 etwa 325.630 Schüler an den allgemeinbildenden staatlichen Schulen geben. Das wären 36.478 Schüler mehr als im aktuellen Schuljahr, ein Anstieg um knapp 13 Prozent. Das teilte die Senatsbildungsverwaltung auf eine Anfrage der Bildungspolitikerin Regina Kittler von der Linken mit. Auch der Bedarf an Lehrern und Erziehern steigt.


BLZ/Hecher, Quelle: SenBildWiss

Grundlage für den bislang kaum für möglich gehaltenen Anstieg der Schülerzahlen ist die korrigierte Bevölkerungsprognose des Senats, wonach Berlin bis 2030 vor allem durch Zuzug um gut 250.000 Einwohner wachsen soll. Besonders rasant werden nach der neuen Prognose die Schülerzahlen in den östlichen Bezirken steigen. Der Spitzenwert ist für Lichtenberg errechnet worden, wo die Schülerzahl um ein Drittel zunehmen soll. Auch in Marzahn-Hellersdorf, Treptow-Köpenick und Pankow wird es deutlich mehr Schüler geben. Das sind genau die Stadtteile, in denen nach der Wende viele Schulbauten aufgegeben, umgewidmet oder gar abgerissen worden waren.

Neubauten sind besonders teuer

Bildungsstaatssekretär Mark Rackles (SPD) räumte in seiner Antwort auf die Anfrage der Linken ein, dass in einigen Stadtteilen kurzfristiger Handlungsbedarf bestehe und der Schulraumbedarf nur durch sogenannte mobile Unterrichtsräume gedeckt werden könne. Das heißt: Etliche Schulen erhalten Container-Bauten.

„Schulcontainer werden das Problem nicht lösen, das kann nur eine vorübergehende Notlösung sein“, sagte Kittler. Zusätzliche Mittel für Schulneubauten sollten schnellstens in den Haushalt eingestellt werden. Nach Berechnungen der Linke-Fraktion müssten wegen der unerwarteten Schülermassen rechnerisch zunächst 54 neue Grundschulen eröffnet werden. Später gebe es dann einen erheblichen Bedarf an zusätzlichen Oberschulplätzen. „Weiterer mittel- und langfristiger Bedarf muss durch die Fertigstellung intensiver Schulbauvorhaben gedeckt werden“, teilte Rackles mit. Aus Kostengründen sei insbesondere an Um- und Erweiterungsbauten gedacht. Neubauten sind nämlich besonders teuer.



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