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Schwangerschaft bekanntgegeben: BVG-Chefin Nikutta erwartet ihr fünftes Kind

BVG-Chefin Sigrid Nikutta (46) ist wieder schwanger.

BVG-Chefin Sigrid Nikutta (46) ist wieder schwanger.

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Gerd Engelsmann

"Wir haben nicht damit gerechnet", sagt Sigrid Evelyn Nikutta. Aber dann ist es doch passiert: Die Vorstandsvorsitzende der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) erwartet ihr fünftes Kind. Wenn weiterhin alles gut geht, wird die Chefin des größten kommunalen Verkehrsunternehmens in Deutschland den jüngsten Familiennachwuchs im Juni zur Welt bringen - mit 47 Jahren.

"Ob es ein Junge oder Mädchen ist, wissen wir noch nicht. Auf jeden Fall keine Zwillinge" Mit ihrem Mann Christoph Mönnikes, der daheim in Kaulsdorf den Haushalt schmeißt, hat Nikutta bereits zwei Söhne und zwei Töchter im Alter zwischen vier und zwölf Jahren. 

"Hören Sie auf mit 'zurückziehen'!"

Auf Fragen, ob sie sich aus dem Tagesgeschäft erst mal zurückzieht, reagiert die promovierte Psychologin unwirsch. "Hören Sie auf mit 'zurückziehen'! Mutter zu sein ändert nichts am Denkvermögen", sagt Nikutta, die sei 2010 BVG-Chefin ist und deren Vertrag bis zum 1.1.2018 verlängert wurde.

Mit Laptop und Handy werde sie den Betrieb weiter führen - wie schon 2011, als ihr jüngster Sohn Vincent zur Welt kam. "Damit kann ich eine Menge regeln, auch wenn ich zuhause bin." Der Kleine wurde nicht selten ins Büro im 12. Stock an der Holzmarktstraße in Mitte mitgebracht. "Er ist ein echtes BVG-Kind", sagt die Mutter stolz. Auch die älteren Kind besuchen sie auf Arbeit.

Nikutta wird bei der BVG gebraucht

Dass Nikutta weiterarbeitet, ist durchaus sinnvoll, denn einer der drei Vorstandsposten ist derzeit verwaist, seitdem Finanzchef Henri Falk nach Hamburg gewechselt isz. Ein Nachfolger ist schon gefunden, der Vertrag könnte in zwei Wochen unterzeichnet werden, hieß es. Weil er aber aus der Privatwirtschaft kommt und erst noch den Jahresabschluss begleiten muss, wird der Neue frühestens im Sommer 2016 bei der BVG erwartet.

Als Vorreiterin wirken

Warum Nikutta die Diskussion ärgert? "Weil sie zeigt, dass es leider immer noch nicht als normal gilt, dass Frauen in Führungspositionen Kinder bekommen." Mit ihrer Praxis, Mutterschaft öffentlich zu machen, wolle sie als Vorreiterin wirken und andere Frauen ermutigen. Beobachter sehen dies auch als Teil eines Marketingkonzeptes, mit dem sich das Landesunternehmen als modern und lebensnah präsentieret 

"Vielleicht erleben wir ja irgendwann, dass es nicht mehr ungewöhnlich ist, wenn Frauen wie sie Kinder bekommen. Schließlich gehört das zu den guten, normalen Seiten des Lebens," sagte Matthias Kollatz-Ahnen.

Der Finanzsenator und Aufsichtsratsvorsitzende der BVG hatte die gute Nachricht am Donnerstag vor Medienvertretern bekanntgegeben, als die Pläne für den Umbau des U-Bahnhofs Neue Grottkauer Straße vorgestellt wurden.  "Frau Nikutta ist guter Hoffnung", sagte der SPD-Politiker. Selten wurde das Privatleben einer deutschen Managerin so öffentlich gemacht.


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