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Schwerer Unfall in der Chemiestunde: Lehrer durch Ameisensäure verätzt

Ursprünglicher Urheber der Ameisensäure.

Ursprünglicher Urheber der Ameisensäure.

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imago stock&people

Um 12.36 Uhr ging am Dienstag der Notruf bei der Feuerwehr ein. Ein Chemielehrer der Peter-Ustinov-Sekundarschule in Charlottenburg hatte in der sechsten Stunde mit einer größeren Menge ätzender Ameisensäure experimentieren wollen. Während er das Behältnis mit der Säure noch in den Händen hielt, stürzte er plötzlich im Klassenraum. Dabei kam er so unglücklich auf, dass eine Körperhälfte mit der giftigen Flüssigkeit in Berührung kam. Die geschockten Zehntklässler schlugen Alarm. Die Feuerwehr rückte mit einem Großaufgebot samt Notarzt an. Der Lehrer wurde mit einem Rettungshubschrauber in das auf Brandverletzungen spezialisierte Unfallkrankenhaus Marzahn geflogen, wie ein Feuerwehrsprecher bestätigte.

Die Schulleiterin beendete darauf den Unterricht und schickte alle Schüler nach Hause. Verletzt wurde sonst niemand, die Feuerwehr entsorgte die Chemikalienreste. Zum Gesundheitszustand des verletzten Lehrers und auch zur genauen Unfallursache wurden zunächst keine weiteren Angaben gemacht. Chemielehrer erhalten regelmäßig Fachbriefe von der Bildungsverwaltung, die auch Sicherheitshinweise enthalten, auch gibt es bestimmte Verhaltensregeln, die Lehrer schon in der Ausbildung lernen. Doch mitunter kommt es zu Unfällen. Zuletzt hatte im Februar 2015 ein Gymnasiast in Prenzlauer Berg bei einem Experiment schwere Verbrennungen erlitten. Damals wurden Emser Pastillen und Holzasche mit Spiritus erhitzt, um eine sogenannte Pharaoschlange zu erzeugen. Dabei kam es zu einer Verpuffung.