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Schwules Museum: Der andere Blick

Badehöschen, Blumen im Haar: Szene aus Murnaus „Tabu“ von 1931.

Badehöschen, Blumen im Haar: Szene aus Murnaus „Tabu“ von 1931.

Foto:

Deutsche Kinemathek

Friedrich Wilhelm Murnau (1888 -1931) ist den meisten Menschen in erster Linie als Regisseur des Meisterwerks „Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens“ bekannt, mit dem der in Bielefeld geborene Murnau weltberühmt wurde. Mit seinem Film „Der letzte Mann“ empfahl sich Murnau für eine Karriere in Hollywood, und was dort heute noch karriereverhindernd sein kann, war zu Murnaus Zeiten ein Ding der Unmöglichkeit: Der Regisseur war homosexuell, verschwieg seine Neigung aber Zeit seines Lebens.

Einer der wenigen „offenen“ Hinweise, die der Regisseur in seinem Werk auf seine Homosexualität gab, ist der Film „Tabu“, laut Schwulem Museum eine „Abfolge homoerotischer Wunschbilder in eine heterosexuelle Liebesgeschichte gebettet, die tragisch endet. Im schwulen Diskurs spielte Tabu eine nicht zu unterschätzende Rolle.“ Das Museum widmet Murnau an seinem neuen Standort noch bis März in Kooperation mit der Deutschen Kinemathek eine große Ausstellung unter dem Titel „Friedrich Wilhelm Murnau – Die privaten Fotografien“. Die Ausstellung zeigt Murnau als Fotografen, zeigt Privataufnahmen aus Tahiti, entstanden bei den Dreharbeiten zu seinem letzten Film „Tabu“ und dokumentiert den Kreis von Mitarbeitern, Freunden und Liebhabern.

Friedrich Wilhelm Murnau – Die privaten Fotografien, bis 10. März. Schwules Museum, Lützowstraße 73, Eintritt: 6 Euro. So, Mo, Mi - Fr 14 bis 18 Uhr, Sa 14 bis 19 Uhr.