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Schwules Museum: Raus aus der Cosy Community

Karl-Heinz Steinle, Leiter des Schwulenmuseums in Berlin Kreuzberg

Karl-Heinz Steinle, Leiter des Schwulenmuseums in Berlin Kreuzberg

Foto:

Paulus Ponizak

Berlin -

Das Schwule Museum am Mehringdamm ist nicht nur das einzige seiner Größe weltweit, sondern auch eine echte Kreuzberger Institution seit 1988. Im Frühjahr verlässt es den Kiez und zieht nach Tiergarten. Der Leiter des Museums Karl-Heinz Steinle findet das gar nicht so schlecht.

Herr Steinle, warum zieht das Schwule Museum um?

Erstens stößt das Museum räumlich an seinen Grenzen und kann nicht weiter expandieren. Hinzu kommt, dass die Räume in Kreuzberg wirklich in keinem guten Zustand sind und sie während des laufenden Betriebes zu renovieren, wäre eine Katastrophe. Außerdem fehlt uns ein richtiger Veranstaltungsraum und wir haben in Kreuzberg auch keine Barrierefreiheit.

Wo zieht das Museum hin?

Das Schwule Museum zieht in die Lützowstraße 73 nach Tiergarten und im Frühjahr 2013 sollen dann die neuen Räume eröffnet werden. Dort stehen 1600 Quadratmeter zur Verfügung, doppelt so viel Fläche wie bisher. Zudem ist das Umfeld ein ganz anderes als in Kreuzberg, das Bauhaus-Archiv und der schwule Kiez rund um den Nollendorfplatz sind nicht weit. Und die recht frische Galerienszene auf der Potsdamer Straße ist ja auch nicht weit. Das ist schon etwas anderes, als in einer, sagen wir, „Cozy Community“ wie in Kreuzberg verankert zu sein. Wir werden uns da ganz anders präsentieren, viel mehr als eine Kulturinstitution, als das in Kreuzberg der Fall ist.

Was zeigt das Schwule Museum zurzeit?

Die Ausstellung „Trans*_Homo: von lesbischen Trans*schwulen und anderen Normalitäten“ und natürlich die Dauerausstellung „Selbstbewusstsein und Beharrlichkeit. 200 Jahre Geschichte“ mit der biografischen Ausstellung „Chronist des DDR-Alltags – Dem Grafiker Jürgen Wittdorf zum 80. Geburtstag“. Danach widmen wir uns der Schriftstellerin und Bildhauerin Christa Winsloe, Autorin des ersten Lesbenfilms: „Mädchen in Uniform“ von 1931.

Das Gespräch führte Marcus Weingärtner


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