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Sexueller Missbrauch: Neue Anschuldigung an der Charité

Hat die Charité Bilanzen gefälscht? Eine Prüfung soll das klären.

Hat die Charité Bilanzen gefälscht? Eine Prüfung soll das klären.

Foto:

Imago

Berlin -

Im Fall des mutmaßlichen sexuellen Missbrauchs durch einen Pfleger der Charité an einer jugendlichen Patientin vor sechs Wochen ist nun ein zweites mutmaßliches Opfer an die Öffentlichkeit gegangen. Vor fünf Jahren soll die heute Anfang 20-Jährige von demselben Pfleger missbraucht worden sein. Es sei Strafanzeige wegen Beihilfe zu einem Sexualdelikt gegen Charité-Chef Karl-Max Einhäupl, den Vorstand der Klinik, die Pflegedienstleitung sowie Kollegen des mutmaßlichen Täters gestellt worden, hieß es am Freitag von der Polizei. Die Staatsanwaltschaft äußerte sich dazu nicht.

Wie berichtet, hatte im November eine 16-Jährige gesagt, sie sei bei einer Untersuchung im Virchow-Klinikum der Charité von einem Pfleger sexuell missbraucht worden, während sie unter Medikamenteneinfluss gestanden habe. Die Klinik war in die Kritik geraten, weil sie den Vorwurf nicht öffentlich gemacht hatte. Es traten organisatorische Mängel zutage. Die Staatsanwaltschaft wurde erst durch Zeitungsartikel aufmerksam und strengte ein Verfahren von Amts wegen gegen den Pfleger an. Das 16-jährige mutmaßliche Opfer ist bisher zu keinem Gespräch bei der Polizei erschienen.