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Berliner Zeitung | Silvesterbilanz für Berlin: Mehrere Menschen durch Böller verletzt
01. January 2014
http://www.berliner-zeitung.de/1544706
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Silvesterbilanz für Berlin: Mehrere Menschen durch Böller verletzt

Zwei Lauben sind in der Nacht gegen 2.15 Uhr in der Dieselstraße abgebrannt. Die Kripo ermittelt.

Zwei Lauben sind in der Nacht gegen 2.15 Uhr in der Dieselstraße abgebrannt. Die Kripo ermittelt.

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ABIX

Berlin -

Schlägereien, abgerissene Finger und viele Brände - das ist die Bilanz der Silvesternacht in Berlin.

Während Millionen Menschen friedlich und unfallfrei den Jahreswechsel feierten, wurde Silvester für einige Berliner zur Katastrophe: Im Unfallkrankenhaus Berlin waren in der Nacht alle OP-Säle ausgelastet und sind es auch jetzt noch. "Zwischen 19 und 7 Uhr haben wir 100 Notfallpatienten behandelt, das war verdammt viel", sagte Klinik-Sprecherin Angela Kijewski der Berliner Zeitung. "An normalen Tagen haben wir 90 Patienten in 24 Stunden."

13 Menschen wurden mit schweren Handverletzungen eingeliefert, die durch Böller verursacht wurden. Nach Angaben der Kliniksprecherin sprengte sich ein 31-Jähriger die komplette Hand weg. Der Mann hatte an der Prenzlauer Promenade einen aus italienischer Produktion stammenden nichtzugelassenen Knallkörper gezündet. Polizisten leisteten Erste-Hilfe und übergaben ihn der Berliner Feuerwehr, die den Mann ins Unfallkrankenhaus brachte.

"Mit 15 Fällen gab es auch ungewöhnlich viele Brand-Verletzte, die zum Teil schwere Verbrennungen hatten“, sagte Kijewski. So hätten zwei Jugendliche Verbrennungen im Gesicht erlitten, als sie sich über eine Raketenbatterie beugten. Zwei 14-jährige Mädchen seien durch Raketen angeschossen worden, sie wurden mit Verbrennungen an Kopf, Ohr und Bein eingeliefert. Ein Mann, der über ein Silvesterfeuer sprang, erlitt ebenfalls schwere Verbrennungen.

Feuerwehr rückte 1667 Mal aus

Die Feuerwehr spricht von einem "sehr arbeitsintensiven" Jahreswechsel. Von 19 bis 5.25 Uhr war die Feuerwehr im "Ausnahmezustand Silvester". Zusätzliche Kräfte wurden in Dienst versetzt. In dieser Zeit standen insgesamt 1500 Einsatzkräfte der Berufs- und der Freiwilligen Feuerwehr sowie von Hilfsorganisationen zur Verfügung. "Ausnahmezustand" bedeutete auch, dass das Personal in der Leitstelle verdreifacht wurde, um die vielen Notrufe abzuarbeiten.

Zwischen 19 und 6 Uhr rückte die Feuerwehr 1667 Mal aus. 450 Mal mussten Brände gelöscht werden. Insgesamt gab es mehr als 100 Alarmierungen weniger als im Vorjahr. "Spektakuläre Großbrände blieben zum Glück aus", sagte Feuerwehrsprecher Sven Gerling.

Dennoch gab es mehrere Großeinsätze: Unter anderem musste die Feuerwehr in der Tempelhofer Ottokarstraße einen Dachstuhlbrand löschen. Auf einem fünfgeschossigen Wohnhaus standen 100 Quadratmeter Dach in Flammen. Das Feuer wurde vermutlich durch eine Rakete ausgelöst.

Gegen 0.30 Uhr brannte am Sollmannweg in Gropiusstadt eine Wohnung im achten Stock eines 16 geschossigen Hochhauses. Zwei Mieter wurden mit Rauchvergiftungen ins Krankenhaus gebracht.

An der Schluchseestraße in Waidmannslust stand gegen 1.30 Uhr ein Müllraum in einem Hochhaus in Flammen. Der gesamte 19-Geschosser war verraucht, weshalb die Feuerwehr die Bewohner in Sicherheit bringen musste.

Ein Feuerwerkskörper war es offenbar auch, der gegen 2.15 Uhr in der Neuköllner Dieselstrasse zwei Gartenlauben entflammte. Sie brannten vollständig ab.

Möglicherweise durch Feuerwerkskörper wurde gegen 1 Uhr in der Alfred-Kowalke-Straße in Lichtenberg ein geparkter BMW in Brand gesetzt, und kurz darauf brannte in der Rhinstraße ein geparkter Opel.

Während die Feuerwehr dieses Mal zu weniger Bränden gerufen wurde, verzeichnete die Leitstelle jedoch einen Anstieg bei den Rettungsdiensteinsätzen um 3,8 Prozent. 1126 Mal wurde der Krankenwagen alarmiert.

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