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Soft- und Hardwareprobleme beim BER: Keine festen Termine in Sicht

Es herrscht Leere an einem Ort, der wie kein anderer eigentlich für Menschengewimmel steht. Der Flughafen.

Es herrscht Leere an einem Ort, der wie kein anderer eigentlich für Menschengewimmel steht. Der Flughafen.

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imago/Jürgen Ritter

Berlin -

Seit fast zweieinhalb Jahren dämmert der Flughafen BER unvollendet vor sich hin. Doch auch im November 2014 gibt es für wesentliche Bereiche noch keine endgültige Planung. So steht es in der Antwort, die der Grünen-Abgeordnete Andreas Otto jetzt vom Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) auf eine Anfrage hin bekommen hat.

Auffällig findet Otto, dass in der Problemliste ein weiteres Themenfeld hervorgehoben wird. Denn laut Wowereit fehlen derzeit nicht nur Unterlagen, um die Steuerung der Brandschutztechnik zu vollenden. Aus seiner Antwort geht auch hervor, dass die mechanischen Entrauchungsanlagen noch nicht „endstellig geplant“ sind. Anders gesagt: Am BER gibt es nicht nur Softwareprobleme, auch bei der Hardware liegt noch viel im Argen.

Lüftungskanäle, Klappen, Ventilatoren – das sind wichtige mechanische Elemente der Entrauchungsanlage, die das zentrale Fluggastterminal des neuen Schönefelder Flughafens bei einem Brand von Qualm befreien soll. Monster heißt die Anlage bei manchen Planern. Nicht nur, weil sie so groß ist, sondern auch, weil sie zu einem überkomplexen System herangewuchert ist – wie ein Monster, das immer mehr Drachenköpfe bekommen hat. Weil die Flughafen-Manager für das Terminal immer neue Vergrößerungen und Einbauten durchsetzen, wuchs auch die Entrauchungsanlage.

..und noch ein Problemfeld

Inzwischen gilt die Mechanik der Entrauchung intern als ein weiteres, anfangs unterschätztes Problemfeld, dem man nun verstärkt Aufmerksamkeit widmen müsse. Ein Problemfeld, das zudem noch unangenehme Überraschungen bescheren könnte – zum Beispiel die Notwendigkeit, im BER-Terminal weitere Umbauten vorzunehmen.

Nach Wowereits offizieller Antwort ist für den Grünen-Abgeordneten Otto auf jeden Fall klar: „Die Planung der mechanischen Entrauchungsanlage ist noch nicht beendet.“ Erst dann könne Siemens damit beginnen, für die ausstehenden Bereiche des Terminals die so genannte „Entrauchungsmatrix“ zu erstellen – mit deren Hilfe dann dort die Steuerung der Brandschutztechnik vollendet werden kann.

Wowereit ließ offen, wie lange das alles noch dauern wird. Er bestätigte auch nicht die 18-Monate-Frist, von der in der Öffentlichkeit die Rede ist – so lange soll Siemens bis zur Abnahme der Brandschutztechnik brauchen. „Vertraglich wurde dieser Zeitraum nicht vereinbart“, teilte der Regierende mit.

Die Politiker überlegen

Beobachter gehen inzwischen davon aus, dass die wesentlichen Planungen für die Entrauchungsanlage wohl erst im Mai 2015 vorliegen werden – wenn alles gut geht. Der Rest folge bis November 2015. Erst danach ließe sich sagen, welche Arbeiten anstehen, und erst dann könnte ein Zeitplan erstellt werden.

Die Ungewissheiten sind der Grund, dass Flughafen-Chef Hartmut Mehdorn auch während der Aufsichtsratssitzung am 12. Dezember keinen Eröffnungstermin für den BER nennen wird – anders als angekündigt. Stattdessen wird allenfalls von einem „Terminband“ die Rede sein, einer Zeitspanne, innerhalb derer die Fertigstellung möglicherweise stattfindet. Intern heißt es, dass der Flughafen frühestens 2017 den Betrieb aufnimmt.

Und so zieht Otto, der das Pannenprojekt BER seit Langem begleitet, eine ernüchternde Bilanz. „Es herrscht immer noch Stillstand“ – auch fast zweieinhalb Jahre, nachdem die für den 3. Juni 2012 geplante Eröffnung abgesagt wurde.

Auch andere Fragen seien weiter offen, sagt Otto und verweist auf die Antwort, die ihm der Senatschef auf eine andere Anfrage hin gab. Nicht mal die, ob der Aufsichtsrat neu organisiert und wer dort den Vorsitz übernehmen soll. Klaus Wowereits Antwort in beiden Fällen: „Die diesbezüglichen Überlegungen sind noch nicht abgeschlossen.“