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Stadtbild: Ein Coffeeshop für den Frieden

Im Stadtbild kommentieren wir täglich das Geschehen in der Hauptstadt-Region.

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Paulus Ponizak

Berlin -

Die neue Bezirksbürgermeisterin von Friedrichshain-Kreuzberg, Monika Herrmann, will das Drogenproblem im Görlitzer Park mit einem Coffeeshop lösen. Zumindest lässt die Grünen-Politikerin die rechtlichen Voraussetzungen für solch eine Verkaufsstelle prüfen. Sie wolle über ungewöhnliche Lösungen nachdenken, hat sie angekündigt. Der Shop soll für Drogenfrieden im Görlitzer Park sorgen.

Dort war der Streit zwischen Anwohnern, Dealern und Kunden in den vergangenen Tagen und Wochen eskaliert. Razzien der Polizei alle zwei Tage haben auch nicht zum Erfolg geführt – das Drogenproblem in der Grünanlage bleibt bestehen. Ein Shop, in dem Marihuana legal verkauft wird, könnte Abhilfe schaffen. Ein guter Gedanke von Frau Herrmann. Möglicherweise gelingt es ihren Fachleuten ja, ein Loch in der Gesetzgebung zu finden, um solch ein Lokal legal zu eröffnen, denn der Handel mit Drogen ist verboten.

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Bedarf nach ungewöhnlichen Lösungen

Seit Jahren schon wird darüber diskutiert, solche gastronomischen Einrichtungen zu genehmigen. Bei einem Kaffee einen Joint zu rauchen oder einen Haschkeks zu essen und alles ganz legal, das wäre schon was in Berlin. Jeder hat, wenn er erwachsen ist, ein Recht auf Rausch. Alkohol können wir kaufen, wenn wir dafür alt genug sind, Tag und Nacht. Wir müssen es jedoch nicht tun, wenn wir gesund leben wollen und gezwungen werden wir auch nicht. So könnte es bei Cannabis auch sein, obwohl bekannt ist, dass der Stoff das Bewusstsein verändert. Was in den Niederlanden gang und gäbe ist, wäre auch in Berlin möglich.

Nicht, dass ich auf Joints und Kekse stehe, aber zu wissen, dass ich beides legal genießen könnte, wenn ich wollte, ist eine befreiende Vorstellung. Mit einem Coffeeshop am Görlitzer Park könnte sich vielleicht die angespannte Situation dort entschärfen. Denn eines ist sicher: Die Polizei allein wird den Handel mit Drogen im Park nicht verhindern können. Dazu bedarf es ungewöhnlichen Lösungen. Da hat Frau Herrmann Recht.