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Berliner Zeitung | Stadtentwicklung: Neues Wohnviertel am Mauerpark
21. December 2012
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Stadtentwicklung: Neues Wohnviertel am Mauerpark

Trödeln am Mauerpark ist weiter möglich. Trotz Parkerweiterung und Wohnungsbau bleiben die Gewerbebetriebe.

Trödeln am Mauerpark ist weiter möglich. Trotz Parkerweiterung und Wohnungsbau bleiben die Gewerbebetriebe.

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Reuters

Berlin -

Nachdem vor wenigen Tagen Stadtentwicklungssenator Michael Müller (SPD) den Startschuss für die Erweiterung des Mauerparks in Wedding gegeben hat, gibt es jetzt einen neuen Investor für das geplante Wohnviertel am Rand des Parks. Der Berliner Bauunternehmer Klaus Groth hat das 3,5 Hektar große Areal nördlich des Gleimtunnels gekauft.

Er wolle dort ab dem Jahr 2014 bis zu 600 neue Wohnungen errichten, sagte Klaus Groth am Freitag der Berliner Zeitung. Einen Tag zuvor sei er dem städtebaulichen Vertrag beigetreten. Den hatte die bisherige Eigentümerin CA Immo aus Wien mit dem Land Berlin ausgehandelt.

Groth will ab Januar 2013 in die konkrete Planung für das Wohnviertel einsteigen. Grundlage dafür ist der Entwurf des Architekten Carsten Lorenzen, so ist es im Vertrag festgelegt. Das Konzept von Lorenzen sieht den Bau von Stadtvillen vor, die bis zu sechs Etagen hoch werden sollen. Anwohnerinitiativen lehnen das ab, ihnen ist die Bebauung zu dicht und zu massiv.

„Ich will den Entwurf qualitativ verbessern“, sagt Groth. Zum Beispiel reiche die Weite der Innenhöfe nicht aus. Ob er tatsächlich die mögliche Baumasse von insgesamt 58-000 Quadratmetern Fläche für die Wohnungen ausnutzen wird, wisse er noch nicht. „Wir werden das Konzept überprüfen, ebenso die Verkehrserschließung über eine Rampe neben dem Gleimtunnel“, so Groth.

Soziale Mischung

Etwa 150 Millionen Euro will der Unternehmer in das Projekt investieren. Dort soll ein sozial gemischtes Wohnquartier entstehen, wie es Groth zum Beispiel auch an der Lehrter Straße in Moabit verwirklichen will. „Wir sind da schon weiter als das Land Berlin.“ So sollen außer Eigentumswohnungen auch Mietwohnungen mit vergleichsweise günstigen Kaltmieten von etwa 7 bis 8,50 Euro pro Quadratmeter entstehen.

Um das zu erreichen, müssten aber die Standards reduziert werden: Die Zimmer könnten nur 2,65 statt 3 Meter hoch sein, auch eine Fußbodenheizung sei nicht möglich, statt einer Tiefgarage gebe es Parkplätze. Laut Groth sollen auch Genossenschaften und Baugruppen bei der Entwicklung des Gebiets zum Zuge kommen.

Stadtentwicklungssenator Müller hatte in der vergangenen Woche betont, dass es außer der Erweiterung des Mauerparks um fünf Hektar auch wichtig sei, an dieser Stelle eine zusätzliche Wohnbebauung zu bekommen. „Wir brauchen Wohnungen und eine soziale Durchmischung.“

Rainer Krüger von der Bürgerwerkstatt, in der Anwohner über die Gestaltung des Mauerparks diskutieren, fordert aber mindestens 25 Meter Abstand zwischen dem neuen Wohngebiet und den Parkflächen. Es sei schmerzlich, dass sich jetzt ein Bauriegel in das grüne Band hineinschiebt, es sollte preiswerter Wohnraum entstehen. „Die Lawine der hochpreisigen Wohnungen aus Prenzlauer Berg darf hier nicht fortgesetzt werden.“

Groth will sich der Diskussion mit den Anwohnern nicht verschließen. „Man muss jetzt die Emotionen herausnehmen und mehr Sachlichkeit reinbringen.“ Er werde die Initiativen wie die Bürgerwerkstatt einladen, mit ihnen reden und seine Überlegungen vorstellen. „Es ist alles nicht so gigantisch.“ 2017 sollen die Wohnungen bezugsfertig sein.