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Standorte von Modulbauten in Berlin: Hier entstehen weitere Unterkünfte für Flüchtlinge

So sollen sie aussehen: die modularen Unterkünfte für Flüchtlinge.

So sollen sie aussehen: die modularen Unterkünfte für Flüchtlinge.

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Senatsverwaltung für Stadtentwicklung

Während der Senat noch die Veröffentlichung der Standorte für den Bau modularer Unterkünfte für Flüchtlinge vorbereitet, werden immer mehr betroffene Grundstücke bekannt. Aus einer Ausschreibung der landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften Howoge und Gewobag geht hervor, dass Flächen zum Bau von Modulbauten für rund 1750 Menschen feststehen.

So will die Howoge am Hagenower Ring in Lichtenberg nördlich der Nummer 16-22 eine Unterkunft für zirka 500 Menschen errichten. Eine weitere Unterkunft für rund 500 Bewohner will die Howoge an der Seehausener Straße 33-39 in Lichtenberg bauen. Die Gewobag plant den Bau einer modularen Unterkunft auf einem Teil des Grundstücks Am Springebruch 65 in Reinickendorf. Dort sollen mindestens 250 Bewohner einziehen. Auf dem Grundstück Freudstraße 8/Ecke Kraepelinweg 23 in Spandau sollen modulare Bauten für rund 500 Menschen entstehen. Die modularen Bauten für Flüchtlinge sollen aus überwiegend vorgefertigten Bauelementen errichtet werden. Laut Ausschreibung ist vorgesehen, die Modulbauten nach dem Gebrauch als Flüchtlingsunterkünfte „als Wohngebäude zu nutzen“.

Insgesamt will der Senat an 60 Standorten in ganz Berlin 24.000 bis 25.000 Flüchtlinge in modularen Unterkünften einquartieren. Sie sollen möglichst in diesem Jahr errichtet werden. An einer ersten Liste mit rund 50 Grundstücken gab es jedoch Kritik. Unter anderem, weil es eine Ballung von Standorten in Bezirken wie Pankow und Marzahn-Hellersdorf gab. Das wollte der Senat noch ändern.

Architektenkammer warnt vor Fehlern beim Bau

Die ersten beiden Standorte für modulare Unterkünfte, die bereits seit Wochen feststehen, sind die Grundstücke Martha-Arendsee-Straße 17 und Wittenberger Straße 16/18 in Marzahn-Hellerdorf. Dort sollen jeweils rund 450 Personen in modularen Unterkünften untergebracht werden. Ein Teil der Unterkünfte ist für Familien vorgesehen. Der Bau dieser Unterkünfte wurde bereits ausgeschrieben. Sobald der Zuschlag erteilt ist, sollen die Bauarbeiten beginnen.

„Die Gebäude sollen dauerhaft für mindestens 60 Jahre für Wohnzwecke genutzt werden“, heißt es in einer Ausschreibung der landeseigenen Wohnungsbaugesellschaft Gesobau. Sie will bis Ende 2016 Unterkünfte für mindestens 1000 Flüchtlinge errichten.

Alle sechs landeseigenen Wohnungsunternehmen sind in die Planung von modularen Bauten für Flüchtlinge einbezogen. Die Wohnungsbaugesellschaft Stadt und Land will auf zwei Grundstücken in Treptow-Köpenick Unterkünfte für 850 Menschen errichten. Die Wohnungsbaugesellschaft Mitte (WBM) plant den Bau von Unterkünften auf Flächen, die sich derzeit jedoch noch nicht in ihrem Besitz befinden. Bei der Degewo sind laut einem Papier der Finanzverwaltung Flächen an der Bäkestraße in Steglitz-Zehlendorf, an der Schönefelder Chaussee in Treptow-Köpenick und an Wiesenstraße als Bauareale im Gespräch.

Die Architektenkammer warnt unterdessen vor Fehlern beim Bau der Unterkünfte. „Mithilfe neuer Bausünden wird die Integration neuer Mitbürger kaum gelingen!“, heißt es in einer Erklärung vom Dienstag. Die Architektenkammer fordert das Land Berlin darin auf, dass Steuermittel nur für solche Gebäude ausgegeben werden, „deren langfristige Nutzung und Einbindung in das städtische Gefüge gewährleistet ist und deren Planung durch unabhängige Fachleute angemessen begleitet wird. Der scheinbar „billige“ Einkauf werde ansonsten „schnell zum Fehlkauf mit teuren Folgen, die wir alle gemeinsam bezahlen müssen“.