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Steuerhinterziehung: Rapper Bushido muss 135.000 Euro Strafe zahlen

Rapper Bushido muss eine Geldstrafe zahlen.

Rapper Bushido muss eine Geldstrafe zahlen.

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imago/Olaf Wagner

Das Gericht hat gegen den Rapper Bushido einen Strafbefehl erlassen. Der Musiker hat ihn akzeptiert und auf einen Widerspruch verzichtet. Nun muss er 135.000 Euro wegen Steuerhinterziehung zahlen. Das bestätigte eine Justizsprecherin am Mittwoch. Zum Inhalt des Strafbefehls äußerte sich die Sprecherin mit Verweis auf das Steuergeheimnis nicht. Die Geldstrafe ist unterteilt in Tagessätzen, deren Höhe sich nach den persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen richtet. Bei Bushido sind mehr als 90 Tagessätze festgelegt. Damit ist der Musiker vorbestraft.

Bereits Ermittlungen wegen Verdacht auf Versicherungsbetrug

Der Strafbefehl war am 10. Dezember vergangenen Jahres auf Antrag der Staatsanwaltschaft vom Gericht erlassen worden. Anis Ferchichi, wie Bushido mit bürgerlichem Namen heißt, hätte zwei Wochen Zeit gehabt, Einspruch gegen den Strafbefehl einzulegen. Hätte er es getan, wäre innerhalb einer öffentlichen Gerichtsverhandlung über die Höhe der Strafe verhandelt worden. Dabei hätte er frei gesprochen werden können. Doch das tat der 37-Jährige nicht.

Seit mehreren Jahren hatte die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung gegen den Künstler ermittelt. In diesem Zusammenhang hatten 2013 Fahnder das private Wohnhaus des Rappers, eine Steuerberatungskanzlei, Geschäftsräume und Privatwohnungen von Bushidos Geschäftspartnern durchsucht und etliche Unterlagen sichergestellt. Ende vergangenen Jahres war die Auswertung der sichergestellten Unterlagen abgeschlossen worden.

Zuletzt war der Rapper im November vergangenen Jahres wegen eines anderen Ermittlungsverfahrens in die Schlagzeilen geraten. Wegen des Verdachts des Versicherungsbetrugs waren zwei Privathäuser Bushidos in Lichterfelde-West und in Kleinmachnow (Potsdam-Mittelmark) durchsucht worden. Damals sagte ein Justizsprecher, dass Bushido verdächtigt wird, einen Einbruch in sein Aqaristik-Geschäft am Hindenburgdamm vorgetäuscht und von der Versicherung mehr als 350 000 Euro gefordert zu haben.

Handys sicher gestellt

Bei der Razzia wurden Beweismittel wie Computerdateien sowie Handys sichergestellt. Über den Stand der Ermittlungen äußerten sich die Sicherheitsbehörden am Mittwoch nicht. Der Rapper, der 1978 in Bonn auf die Welt kam, ist den Berliner Sicherheitsbehörden nicht unbekannt. Gegen ihn wurde wegen des Verdachts der Körperverletzungen, wegen Beleidigungen sowie wegen häuslicher Gewalt ermittelt.

Die Verfahren endeten häufig mit Geldstrafen. Seit Jahren wird über Bushidos Verbindungen zur libanesischen Großfamilie Abou-Chaker-Clan berichtet. Der Clan, zu dem mehr als 250 Angehörige gehören sollen, betreibt ein Wirtschaftsimperium. Es gebe enge Verbindungen zur organisierten Kriminalität, so die Polizei. (BLZ). (BLZ/mit dpa)